Die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland haben nach wie vor einen hohen Beratungsbedarf bei Versicherungen. Zu diesem für Vermittler und Makler interessanten Ergebnis kommt die "KMU-Studie 2013 Versicherungen", für die die Gothaer im April mehr als tausend kleinere und mittlere Unternehmen befragen ließ.

Nur 32 Prozent der KMU bieten ihren Mitarbeitern Leistungen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements an, zeigt die Studie. Angebote aus einer kollektiven Krankenversicherung stehen nur bei 19 Prozent der Betriebe zur Verfügung. Eine positive Ausnahme bilde die betriebliche Altersvorsorge (bAV): 51 Prozent der befragten KMU lassen ihre Mitarbeiter auf diesem Wege ein Sicherheitspolster für die Rente ansparen.

Besser abgesichert als noch vor drei Jahren
"Gerade kleine und mittelständische Unternehmen, die sich mit Konzernen und bekannten Marken im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter befinden, nutzen noch nicht alle verfügbaren Möglichkeiten", sagt Thomas Leicht, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine Versicherung. "Den Arbeitgebern sind noch immer nicht alle Angebote zur betrieblichen Unterstützung des Arbeitnehmers bei der Vorsorge bekannt. Hier besteht noch erheblicher Aufklärungsbedarf."

Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2012 haben die kleinen und mittleren Unternehmen heute jedoch insgesamt mehr Versicherungen: 67 Prozent der KMU schlossen mindestens vier Versicherungen ab – nach nur 47 Prozent vor drei Jahren. Dabei steigt die Risikoabsicherung mit der Größe des Unternehmens: Der Großteil der Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern, nämlich 64 Prozent, verfügt der Studie zufolge gerade einmal über maximal drei Policen, während jede zweite Firma mit 200 bis 500 Angestellten mehr als sechs Versicherungen hat.

Viele prüfen Versicherungsschutz regelmäßig
Was die regelmäßige Überprüfung des Versicherungsschutzes anbetrifft, nehmen 57 Prozent mit einem jährlichen Check-Up Spitzenplätze ein. 35 Prozent der KMU nehmen sich nur alle zwei Jahre Zeit für einen Policen-Check, acht Prozent kennen kein festes Prüfintervall.

Die Studie liefert auch einen Hinweis darauf, an wen sich Makler oder Vermittler wenden müssen, wenn sie Unternehmen ihr Angebot unterbreiten möchten: Hauptansprechpartner für Versicherungen sind in der Regel die Geschäftsführer oder die Verantwortlichen für Rechtsfragen. (jb)


Zur Studie
Im Rahmen der Gothaer KMU-Studie 2013 wurden 1.016 Personen in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern zum Thema Versicherungen befragt. Die Daten wurden per Online-Studie (CAWI) erhoben. Befragt wurden Personen, die in den jeweiligen Unternehmen für das Thema Versicherungen (mit-)verantwortlich sind. Der Befragungszeitraum war vom 4. bis 11. April 2013. Durchführendes Institut war Innofact aus Düsseldorf. Die befragten Unternehmen stammen aus 21 Branchen (unterteilt nach dem WZ-Code, die in der deutschen amtlichen Statistik derzeit gebräuchliche Klassifikation der Wirtschaftszweige).