Der "Strafzins" macht Schule: In Deutschland berechnen bereits 16 Banken nach Angaben des Vergleichsportals Biallo ihren Privatkunden Negativzinsen. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) gehörte bislang nicht dazu. Doch ab dem 1. September müssen ihre Privatkunden, die mehr als 500.000 Euro auf dem Girokonto haben, ein "Verwahrentgelt" in Höhe von 0,4 Prozent im Jahr entrichten, wie das Hamburger Abendblatt und andere Medien übereinstimmend berichten. Diese 0,4 Prozent entsprechen genau jenem Satz, den die Europäische Zentralbank (EZB) seit Mitte 2014 von Banken für die bei ihr geparkten Liquiditätsüberschüsse in Rechnung stellt.

Die mit einer 2017er Bilanzsumme von 44,1 Milliarden Euro mit Abstand größte Sparkasse im Bundesgebiet möchte den Kunden aber in Gesprächen "alternative Anlageformen" anbieten. "Wir versuchen weiterhin, Negativzinsen für die Spareinlagen im breiten Privatkundengeschäft zu vermeiden", zitiert die Zeitung die Haspa. Dagegen stemme man sich bereits seit einigen Jahren. "Aber wenn Kunden größere Mengen Bargeld auf Girokonten verwahren, kostet dies die Haspa Tag für Tag sehr viel Geld", so die Bank weiter, die Geschäftskunden bereits seit 2017 bei zu hohen EInlagen eine Gebühr berechnet. Sie geht den Berichten zufolge davon aus, dass sich "die Belastungen der Niedrigzinsphase in den vergangenen Jahren auf jeweils hohe zweistellige Millionenbeträge belaufen".

Das erste Geldhaus, das neben Geschäftskunden auch Privatkunden mit den 0,4 Prozent belastete, war im November 2014 die Skatbank in Thüringen. Es folgte eine Reihe weiterer kleinerer Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen. Vor einem Jahr schloss sich ihnen die Sparda-Bank in Berlin an, die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank Deutschlands. (jb)