Wie entwickeln sich die Kapitalmärkte, insbesondere die Aktienmärkte, in diesem Jahr: nach oben oder nach unten? Diese Frage hat der Verband der unabhängigen Vermögensverwalter (VuV) auf dem diesjährigen FONDS professionell KONGRESS zwei bekannten Mitgliedern gestellt: Jens Ehrhardt, Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital aus München, und Christoph Bruns, Co-Chef des Fondshauses Loys. Und beide haben die Frage positiv beantwortet.

Bruns, der am Galaabend auf dem FONDSKONGRESS den FONDSPREIS 2014 in der Kategorie 'Aktien Global' für den LOYS Sicav - LOYS Global P entgegen nehmen konnte, sieht die Lage für und auf den Aktienmärkten entspannt. "Dass die Börsen zu teuer sind, ist nichts Neues. Entscheidend ist aber die Zinsseite, und die wird von den Notenbanken bestimmt", erläuterte der Starmanager vor einem sehr gut gefüllten Saal im Mannheimer Kongresszentrum Rosengarten. "Die Staaten können die Zinsen wegen ihrer angespannten Haushaltslage aber nicht erhöhen, sodass Aktien immer noch gute Perspektiven bieten." Zwar streitet er nicht ab, dass es zu Korrekturen an den Börsen kommen wird – und zum Teil schon gekommen ist –, er stuft sie aber als überfällig und sogar wünschenswert ein. Für die weitere Entwicklung empfiehlt er europäischen Anlegern einen Blick in die USA, wo er selbst seit vielen Jahren lebt. "Die Vereinigten Staaten sind der größte Markt der Welt und damit maßgebend. Und hier hat das Geld keine Alternative zu Aktien", so Bruns.

Liquidität fließt in Aktien
Den Ausführungen Bruns schloss sich Jens Ehrhardt weitgehend an. Auch er erwartet eine Korrektur an den Börsen, die aber bald erneut korrigiert werde. Grund sei, dass genügend Liquidität vorhanden ist, vor allen in den USA: "Der Dax ist so gut gelaufen, weil US-amerikanische Anleger ihr Geld investieren müssen und daher deutsche Aktien gekauft haben und kaufen", erläutert der bekannte und erfolgreiche Vermögensverwalter. "US-Anleger denken, dass es in Europa wieder aufwärts geht, und haben daher hier investiert, woraus dann auch der starke Euro resultierte", pflichtete Bruns bei.

Aber nicht nur aus den USA kommen Gelder, auch Japan habe einen hohen Überschuss an Liquidität. "Zudem muss auch die japanische Börse wieder steigen, da die Unternehmen dort bald Gewinne ausweisen werden", sagte Ehrhardt. Und noch ein Argument gegen fallende Aktienkurse führt er an: "Vor einer Baisse gab es immer Zinserhöhungen, und diese sind nicht in Sicht."

Notenbanken müssen laxe Geldpolitik fortsetzen
Im weiteren Verlauf der Podiumsdiskussion hoben die beiden Erfolgsmanager auch die Rolle der Notenbanken für die Fortführung der Aktienhausse hervor. Nach Einschätzung von Christoph Bruns wissen die Amerikaner, dass die Märkte weiter gestützt werden müssen. "Unter ihrem früheren Chairman Ben Bernanke hat die US-Notenbank Fed bisher gesagt, dass sie bei Sinken der Arbeitslosenzahlen auf 6,5 Millionen die Zinsen erhöhen will", führte Bruns aus. "Nun ist Bernanke weg und seine Nachfolgerin Janet Yellen kann sich problemlos auf den Standpunkt stellen, dass sie nun die Richtung vorgibt – und die Anleihenkäufe auch bei gesunkenen Arbeitslosenzahlen fortsetzen", so Bruns weiter.

Jens Ehrhardt warnt ebenfalls davor, dass die Notenbanken ihre laxe Geldpolitik ändern: "Ohne die Fed oder die Europäische Zentralbank sähe es schlecht für die Börsen aus. Auch wenn das Tapering auf eine Konjunkturerholung hinweist, würde es die Börsen drücken", ist er sich sicher. Daher glaubt Ehrhardt auch nicht an einen schnellen Zinsanstieg. Bruns sieht dagegen zwar eine Zinswende nach oben. Allerdings nur eine sehr langsame. (jb)