Professor Martin Weber von der Uni Mannheim hat mit seiner Behavioral Finance Group Anleger zu ihrer Einstellung zu Performance Fees befragt. Dabei sollte herausgefunden werden, warum Investoren Fonds mit erfolgsabhängigen Gebühren kaufen oder warum sie Fonds ohne diese Gebühren bevorzugen. In zwei Fragbogenstudien im September 2011 und im Oktober 2012 wurden dazu Privatinvestoren zu verschiedenen Gebührenstrukturen befragt. Resultat: Investoren sind durchschnittlich bereit mehr Gebühren zu bezahlen, wenn diese als Performance Fees gezahlt werden.

Verschiedene Gründe für diese Wahl wurden analysiert und folgende Erkenntnisse gefunden:

  • Investoren, die für den Fonds mit Performance Fee eine höhere Rendite erwarten, sind bereit eine höhere Performance Fee zu zahlen.
  • Investoren, die ein erhöhtes Risiko durch die Gebühr befürchten, wählen eine niedrigere erfolgsabhängige Gebühr.
  • Fairness konnte nicht als signifikanter Grund identifiziert werden. Es scheint, dass das Fairness-Argument in der öffentlichen Diskussion hauptsächlich eine Rationalisierung einer vorhandenen Auswahl darstellt.
  • Ein bedeutender Faktor für die erfolgsabhängige Gebühr ist die Tatsache, dass sie nur im Gewinnfall bezahlt wird. Investoren bevorzugen es, einen Teil ihres Gewinns abzugeben wenn sie dadurch im Verlustfall keine oder eine geringere Gebühr zahlen ("Loss aversion"). Ein geteilter Gewinn ist scheinbar angenehmer als eine Gebühr im Verlustfall.


Diese Erkenntnisse aus der Behavioral Finance können Berater nutzen, wenn es um die Argumentation über Kosten bei Investmentfonds geht.

Insgesamt stehen Performance Fees in letzter Zeit in der Kritik, weil die Interessenlage zwischen Fondsmanager und Anlegern teilweise ungleich berücksichtigt werden, und man eben nicht im selben Boot sitzt. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat daher Vorschriften für die Berechnung von Performance Fees erlassen, die ab Juli 2013 umzusetzen sind. (ad)