Die Finanzaufsicht Bafin hat gegen die Beteiligungsgesellschaft von Ex-Wirecard-Chef Markus Braun bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige wegen Insiderhandels erstattet. Dies berichten diverse Medien, darunter die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und das "Manager Magazin". Sie beziehen sich dabei auf eine Sprecherin der Bafin.

Die Sprecherin der Behörde sagte der FAZ zufolge, es gehe um den Verkauf von Wirecard-Aktien für 6,6 Millionen Euro am 24. Juni 2020, also am Tag vor der Insolvenz-Meldung. Auch der Verkauf von Aktien im Wert von 3,4 Millionen Euro zwei Tage zuvor werde untersucht. Die Staatsanwaltschaft München muss nun prüfen, ob und inwieweit Braun in mögliche Betrügereien verwickelt ist.

Bafin führte große Sonderprüfung durch
Der Österreicher war als Vorstandschef zurückgetreten, nachdem das Unternehmen einräumen musste, dass 1,9 Milliarden Euro aus seiner Bilanz aller Voraussicht nach nicht existieren. Auch der langjährige Vorstand der Wirecard Bank sowie Finanzchef der Wirecard AG, Alexander von Knoop, hat seinen Posten mittlerweile geräumt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Die Rolle der Bafin im Wirecard-Skandal ist umstritten. Kritiker werfen der Behörde vor, zu lange gebraucht zu haben, um konsequent gegen Wirecard vorzugehen. Dabei habe die Bafin zumindest die Banktochter der insolventen Gesellschaft sehr viel intensiver beleuchtet als bislang bekannt, berichtet das Online-Portal "Finanz-szene.de".

Sonderprüfungen bei der Wirecard Bank
Demnach führte die Finanzaufsicht im Juni und Juli 2017 eine fast zweimonatige Sonderprüfung bei der Wirecard Bank durch, bei der es um das Kreditgeschäft gegangen sein soll. Mitte 2019 sei eine weitere Sonderprüfung erfolgt. Schwerpunkt soll dem Branchen-Portal zufolge diesmal das Thema Geldwäsche gewesen sein. (fp)