Die Gläubiger des Goldmetallhändlers PIM Gold müssen sich einen weiteren Monat gedulden, bis über den Verlauf der Abwicklung der Gesellschaft entschieden wird. Grund: Das Amtsgericht Offenbach hat die für heute (27. Februar) anberaumte Gläubigerversammlung vertagt. Neuer Termin ist der 24. März, wie PIM-Insolvenzverwalter Renald Metoja mitteilt.

Das Gericht begründet diese Entscheidung laut Metoja mit "Rücksicht auf die Rechte der Gläubiger“: Es waren deutlich mehr erschienen, als sich zuvor angemeldet hatten. Der Mitteilung zufolge lagen 160 Anmeldungen vor, tatsächlich erschienen sind rund 400 Gläubiger. Damit reichte der als Versammlungsort gewählte Saal im Gebäude des Gerichtes nicht mehr aus, der Platz für 300 bietet. Weil aber alle Schuldner grundsätzlich das Recht haben, an der Versammlung teilzunehmen und über das weitere Schicksal der Firma abzustimmen, sei eine Verlegung des Termins unumgänglich gewesen. Zudem wurde ein größerer Ort gebucht: die Stadthalle Langen.

Kaum Gold vorhanden
Metoja hat seit dem 3. Oktober 2019 das Sagen bei dem im südhessischen Heusenstamm ansässigen Unternehmen. Zuvor war der Gründer und Geschäftsführer von PIM Gold unter Betrugsverdacht in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt verdächtigt ihn und andere des Betriebs eines Schneeballsystems:

Das Geschäftsmodell von PIM Gold bestand im Kern darin, dass Händler Kunden angeboten haben sollen, ihr Geld im Altgoldhandel zu verwenden und sie an den Erträgen eines ominösen "Gold-Recyclingkreislaufs" zu beteiligen. Neu eingeworbene Kundengelder seien laut Medienberichten dann jedoch überwiegend dafür verwendet worden, um Altanleger auszuzahlen und die Provisionen der Vermittler zu bedienen.

Dass weitere Goldankäufe tatsächlich kaum noch stattgefunden haben, deutet ein weiterer Umsatnd an: So gibt es eine erhebliche Diskrepanz zwischen den bei PIM Gold tatsächlich gefundenen Goldbeständen und den laut Rechnungslegung angeblich vorhandenen Vorräten. Metojas Recherchen ergaben, dass Anleger Forderungen von bis zu 155 Millionen Euro haben. Dem stehen bisher jedoch nur Vermögenswerte von 17 Millionen Euro gegenüber, die Metoja seit seinem Amtsantritt ausfinding gemacht hat. (jb)