Die niederländische Großbank ABN Amro stellt ihre Online-Marke Moneyou in Deutschland ein. "Seit längerer Zeit befinden sich die Zinssätze auf einem niedrigen Niveau und eine Veränderung ist in der nahen Zukunft nicht abzusehen", teilt das Institut mit. "Einerseits wird es dadurch schwieriger, sich vom Markt abzuheben. Andererseits weist die Bank insgesamt einen Liquiditätsüberschuss auf." Aus diesen Gründen habe ABN Amro entschieden, Moneyou nicht fortzuführen.

Moneyou kam 2011 an den deutschen Markt, zehn Jahre nach der Gründung in den Niederlanden. Aktuell hat das Portal etwa 300.000 Kunden in Deutschland. Die Einstellung betrifft sowohl Tages- und Festgeld als auch das mobile Girokonto "Moneyou Go" und Fondsanlagen. Das Portal war 2016 ins Fondsgeschäft eingestiegen und hatte sein Angebot erst im vergangenen Jahr mit einem nachhaltigen Anlageprodukt ausgebaut (FONDS professionell ONLINE berichtete). Doch der Vorstoß in die Fondsvermittlung reichte nicht, um sich vom Geschäft mit Zinsprodukten zu emanzipieren.

Im Jahr 2021 ist endgültig Schluss
Die aktuellen Kunden sollen ab Oktober per E-Mail individuell über das weitere Vorgehen informiert werden. ABN Amro geht davon aus, Moneyou im Laufe des Jahres 2021 schließen zu können. "Bis dahin wird Moneyou den Service für alle seine Kunden ohne Einschränkungen fortführen", betont das Institut.

Aus anderen Märkten hatten sich die Niederländer schon früher zurückgezogen. Das Moneyou-Geschäft in Österreich wurde beispielsweise bereits im Jahr 2019 eingestellt. (bm)