Die Fürstlich Castell’sche Bank will sich im heiß umkämpften Wealth Management positionieren. Dies sagte Vorstandssprecher Ingo Mandt der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt". Demnach treibt das Traditionsinstitut seinen tiefgreifenden Umbau weiter voran. Im Zuge dessen hatte das 1774 gegründete Haus bereits die Zahl der Niederlassungen deutlich gekappt. Stattdessen setzt das Institut stärker auf Video- und Telefonberatung. Die Zahl der Mitarbeiter sei unter dem Strich aber praktisch unverändert geblieben. Die Kosten für den Umbau würden sich am Ende auf insgesamt zehn Millionen Euro summieren, so Mandt.

Das Institut hat fünf eigene Fonds aufgelegt: drei Mischfonds mit nachhaltigem Fokus sowie zwei Themenfonds. Die Bank mit Hauptverwaltungssitz im fränkischen Würzburg gehört seit der Gründung den heutigen Familien Castell-Castell und Castell-Rüdenhausen. Das Institut bezeichnet sich selbst als die älteste Bank Bayerns. Das Niedrigzinsumfeld hatte die Ergebnisse in den vergangenen Jahren zunehmend belastet. Die adligen Eigentümer hatten dem Geldhaus daraufhin eine Neuausrichtung verordnet.

Ex-Mitarbeiter betrog Kunden
Die Bank war zudem 2017 von einem Skandal erschüttert worden. Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte Kunden des Traditionshauses um Millionen betrogen. Er hatte außerhalb des Kontrollsystems der Bank ein betrügerisches Anlageschema aufgebaut. 2018 war der Ex-Berater zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte zu Prozessbeginn seine Schuld eingeräumt. Berechtigte Forderungen der rund 50 betroffenen Kunden habe das Institut beglichen, teilte die Bank damals mit. (ert)