Bei der UBS-Aktionärsversammlung am gestrigen Donnerstag (2. Mai) gab es einen herben Rückschlag für den Verwaltungsrat und den Vorstand der Großbank: Eine Mehrheit der Aktionäre verweigerte die Entlastung der Führungsriege. Nur 41,67 Prozent votierten dafür – mindestens 50 Prozent hätten es sein müssen. Mit dem Misstrauensvotums halten sich die Aktionäre die Möglichkeit einer Schadenersatzklage offen.

Hintergrund der Protestwahl ist ein schwelender Steuerstreit in Frankreich. Ein Pariser Gericht hatte die UBS im Februar dieses Jahres wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu einer Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Euro verurteilt. Die Bank soll zwischen 2004 und 2012 aggressiv um reiche Kunden geworben haben, indem ihnen bei Empfängen, Golfturnieren und ähnlichen gesellschaftlichen Anlässen empfohlen wurde, ihr Geld über Trusts, Stiftungen oder Offshore-Gesellschaften vor dem Fiskus zu verstecken. Die UBS legte Berufung gegen das Urteil ein und hat nun einen jahrelangen Rechtsstreit vor sich. Vergleichsangebote hatte die Bank zuvor stets ausgeschlagen. Aktionäre werfen der UBS-Führung vor, sich verkalkuliert zu haben.

Kritik an hohen Bonuszahlungen
Ein weiterer Kritikpunkt der Aktionäre ist die Bezahlung der Führungsriege. UBS-Vorstandschef Sergio Ermotti hat für das Jahr 2018 nebst Bonus Gesamtbezüge in Höhe von 14,1 Millionen Franken erhalten (12,4 Mio. Euro). Für den UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber gab es sechs Millionen Franken (5,3 Mio. Euro). Angesichts eines Rückgangs des Aktienkurses von 32 Prozent im Jahr 2018 sind die hohen Bonuszahlungen für einige Aktionäre nicht nachvollziehbar. (fp)