Die Ladentheke ersetzt für immer mehr Deutsche den Geldautomaten. Rund ein Viertel aller Konsumenten hebt regelmäßig Bares im Supermarkt ab, zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar, die dem "Handelsblatt“ vorliegt. Die Tendenz sei steigend, so die Experten, vor allem abseits der Großstädte. Der Grund: In ländlichen Gebieten sei es noch viel schwieriger als in der Stadt, einen nahegelegenen Automaten zu finden.

Das bestätigt auch der Blick in die Statistik: 2018 nahm die Zahl der Geldautomaten zum dritten Mal hintereinander ab, zeigt eine Berechnung des Analysehauses Barkow Consulting. Der Studie zufolge sank die Zahl der Geldautomaten hierzulande von rund 58.380 auf 57.800, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Binnen drei Jahren ist somit jeder zwanzigste Geldautomat verschwunden.

Für große Supermarktfilialisten wie Aldi, Lidl und Rewe ist der Zusatzservice in mehrfacher Hinsicht von Vorteil: "Händler können sich mit neuen Services rund um das Bargeld profilieren und so die Customer Experience verbessern", schreiben die Kantar-Experten. Indem die Einzelhändler ihre Bargeldbestände reduzieren, senken sie zugleich die Kosten für Geldtransporte oder Versicherungen und wandeln die Einnahmen obendrein viel schneller in digitales Geld um.

Mobiles Bezahlsystem in Arbeit
Das kostenlose Abheben ist dabei nicht die einzige Maßnahme, mit denen die Supermarkt-Giganten Banken das Feld streitig machen. Die Lebensmittel-Händler arbeiten derzeit an einem eigenen mobilen Bezahlsystem. Damit sollen Kunden künftig schnell und sicher via Smartphone bezahlen können – völlig unabhängig von Bargeld, Debit- oder Girokarten. (fp)