Allianz-Chef Oliver Bäte zeigt sich offen für eine "Fusion unter Gleichen" mit einem großen Konkurrenten. Das sagte er in einem Gespräch mit der "Financial Times" (FT). Damit stellt der Vorstandsvorsitzende der Allianz Holding erneut klar, dass er ein anorganisches Wachsen des Versicherers mittels Fusionen und Übernahmen von Mitbewerbern für einen möglichen Weg hält.

Bäte macht seit längerem keinen Hehl daraus, dass er eine Übernahme plant, vor allem in der Sachversicherung. Der FT sagte er aber auch, dass ihm die meisten Wettbewerber zu teuer sind. "Wir haben entschieden, dass wir noch kein so attraktives Objekt gefunden haben, dass wir guten Gewissens eine Menge Geld dafür ausgeben würden."

Übernahmekandidaten sind zu teuer
Seiner Ansicht nach sind die Aufschläge, die auf die Aktienkurse von übernommenen Firmen  gezahlt werden, zu hoch. Bei einer "Fusion unter Gleichen" dagegen schließen sich Unternehmen ohne eine Übernahmeprämie zusammen. "Allerdings müssen große Unternehmen zu Fusionen bereit sein, und wir haben bislang nicht viele davon gefunden", sagte Bäte der britiischen Zeitung. Eine feindliche Übernahme schloss der Allianz-Chef dagegen erneut aus.

Es gibt immer wieder Gerüchte zu Übernahmen großer Mitbewerber, die Europas größter Versicherer plane. Unter anderem soll die Allianz ein Angebot gemacht haben, die Schweizer Zurich Gruppe zu schlucken, deren Marktkapitalisierung bei 40 Milliarden Euro liegt, während die Allianz 87 Milliarden Euro auf die Waage bringt. Bäte hat der FT gegenüber die Spekulationen um eine Fusion mit der Zurich weder bestätigt noch dementiert. Er zog sich darauf zurück, dass die Allianz solche Gerüchte prinzipiell nicht kommentiere.

Die Allianz hat zuletzt aber Investitionen in Übernahmen oder zumindest Beteiligungen getan. 2017 zahlte der Versichrer umgerechnet knapp 570 Millionen Euro für 49 Prozent der Aktien des britischen Versicherers Liverpool Victoria Friendly Society’s (LV). Im laufenden Jahr zahlte das Münchnener Unternehmen 2,1 Milliarden Euro, um die restlichen Aktien des französischen Versicherers Euler Hermes von den Minderheitsaktionären zu übernehmen. (jb)