Um Lebensversicherungen wieder attraktiver zu machen, will Allianz-Chef Oliver Bäte die Preise leicht nach unten anpassen. "Wir müssen uns schon Gedanken machen, wie wir es schaffen, die Vertriebskosten für die Altersvorsorge vor allem für einfache Produkte zu reduzieren", sagte Bäte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Von einer gesetzlichen Regelung der Provisionen über einen Deckel hält er allerdings wenig.

"Ich bin für echte Transparenz", sagte Bäte der Zeitung. Statt eines Provisionsdeckels setzt er auf mehr Minimalismus: Künftig will die Allianz nur noch Produkte anbieten, bei denen der Kundennutzen eindeutig erkennbar ist. Bislang ist das nicht immer der Fall. "Es gibt immer noch Produkte, die der Kunde kaum verstehen kann und bei denen wir als Unternehmen den Kundennutzen ehrlich gesagt auch nicht richtig verstehen", gibt Bäte zu.

Mangelnde Qualifikation
Das Gerücht, der Konzern plane zum Kostenabbau auchdie Streichung von rund 7.000 Stellen wies der Allianz-Chef entschieden zurück. "Das ist kompletter Unsinn", so Bäte gegenüber der SZ. Zwar würden Stellen wegfallen, allerdings durch natürliche Fluktuation. Auf betriebsbedingte Kündigungen will der Konzern soweit es geht verzichten.

Der Versicherer will die Qualifizierung seiner Angestellten verbessern. "Viele fragen sich, ob sie ausreichend ausgebildet sind, um mit der neuen Technologie und den neuen Anforderungen umzugehen, auch wenn ihre Stellen erhalten bleiben", sagt Bäte. Die Allianz müsse bei der Ausbildung besser werden. Dazu gehöre auch, Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen müssen, bei der Fortbildung zu helfen. (fp)