Die Allianz überlegt, in einigen europäischen Märkten Lebensversicherungspolicen an den Run-off-Versicherer Viridium abzugeben, an dem sie selbst Anfang August gemeinsam mit Blackrock und der japanischen Versicherungsholding T&D eine Mehrheitsbeteiligung erworben hat. "Für einige unserer Portfolios könnte es tatsächlich Chancen geben, dass wir selbst Kunde von Viridium werden", sagte Allianz-Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre auf Nachfrage des "Handelsblatts" vor Journalisten.

Für den deutschen Markt sei das allerdings ausgeschlossen, so Coste-Lepoutre weiter. In welchen Ländern außerhalb von Deutschland die Allianz möglicherweise Lebensversicherungsbestände abgeben könnte, wollte Coste-Lepoutre auch nicht konkretisieren.

Frankreich im Blick von Viridium
Viridium-Chef Tilo Dresig hatte im Frühjahr ebenfalls Übernahmen in ganz Europa in Aussicht gestellt. Der größte und relevanteste Markt sei Frankreich, sagte er damals im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Allerdings zähle Frankreich neben Deutschland und Italien zu den wichtigsten Märkten für das Lebensgeschäft der Allianz. Daher sei ein Verkauf hier unwahrscheinlich, so die Zeitung weiter.

Generell habe sich die Allianz zum Ziel gesetzt, in allen Märkten, in denen sie tätig ist, zu den führenden Anbietern zu zählen, führt das "Handelsblatt" aus. Der Versicherer dürfte daher vor allem dann einen Bestand abgeben wollen, wenn er in dem Markt weder eine führende Position hat noch realistische Chancen auf profitables Wachstum sieht und der Markt und die nachgefragten Produkte auch nicht zum Konzernangebot passen. (jb)