Nach dem verstolperten Start ihrer Digitaloffensive will es die Allianz jetzt erneut wissen: Der Versicherer startet offenbar noch im laufenden Jahr eine Finanzplattform, die denen der großen Banken Konkurrenz machen soll. Das Start-up hinter der neuen Plattform heißt Iconic Finance. Dessen Chef Bernd Storm van's Gravesande nannte in der laufenden Woche laut "Handelsblatt" erstmals Details zur künftigen Ausrichtung – und die dürften vielen Banken gar nicht gefallen.

Zentrales Angebot von Iconic Finance soll eine Multi-Banking-App namens "Heymoney" sein, in der Bankkonten und Kreditkarten eine wichtige Rolle spielen. Die App soll sich nicht nur an Kunden der Allianz richten. "Wir werden den Bestands- und potenziellen Neukunden das Angebot zugänglich machen", sagte Storm van's Gravesande im Interview mit dem "Handelsblatt".

Online-Recken sollen für reibungslosen Start sorgen
Weitere Details will der Iconic-Finance-Chef noch nicht verraten. "Wir werden eine App entwickeln, mit der Endkunden künftig ihre persönliche Finanzwelt einfach und sicher steuern können", erklärte er lediglich. "Wir werden dort also nicht nur Versicherungen organisieren, sondern die komplette persönliche Finanzwelt, zu der auch der Konsum zählt." Die App könnte Konzernkreisen zufolge schon im ersten Halbjahr 2020 live gehen.

Der Start eines weiteren digitalen Prestigeprojekts der Allianz, des europäischen Direktversicherers Allianz Direct, verlief hingegen holprig. Es gab Probleme bei einem größeren Datentransfer. Das Allianz-Direct-Debakel war nicht das erste Mal, dass Europas größter Versicherer Schwierigkeiten mit seiner IT hatte. Bei "Heymoney" soll es nun ein Internet-erfahrenes Managerteam richten. Neben Aboalarm-Gründer Storm van's Gravesande gehört dazu unter anderem der Sicherheitsforscher Vincent Haupert, der mit einem Angriff auf N26 bekannt wurde. (fp)