Allianz hat im Milliarden-Poker um HSBC-Tochter die Nase vorn
Die Allianz könnte in Asien einen bedeutenden Zukauf landen. Laut Insidern befindet sich der Münchener Versicherer in den Schlussverhandlungen über den Erwerb der Singapurer Lebensversicherungstochter von HSBC.
Im Rennen um das Versicherungsgeschäft von HSBC in Singapur liegt dem Vernehmen nach die Allianz vorn. Der Münchener Versicherer gilt laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen als aussichtsreichster Käufer von HSBC Life Singapore, nachdem er konkurrierende Branchenanbieter mit seinem Angebot ausgestochen hat.
Allianz und HSBC stimmen Insidern zufolge derzeit die letzten Details einer Transaktion ab, die schon bald bekanntgegeben werden könnte. Für das Geschäft hatte HSBC laut einem früheren "Bloomberg"-Bericht eine Bewertung von bis zu zwei Milliarden US-Dollar angestrebt.
Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Die Gespräche dauern an, und nach wie vor sollen weitere Bieter Interesse an den Vermögenswerten haben. Ein Sprecher der Allianz lehnte eine Stellungnahme ab.
Markt in Singapur von entscheidender Bedeutung
HSBC erklärte, die Singapurer Versicherungseinheit werde derzeit einer strategischen Prüfung unterzogen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Zugleich betonte die Bank, dass Singapur als internationales Zentrum für Wealth Management und Firmenkundengeschäft ein zentraler Markt bleibe und für die Strategie sowie künftige Investitionen und Wachstum von entscheidender Bedeutung sei. Weitere Kommentare lehnte der Sprecher ab.
Marktposition im Raum Asien-Pazifik stärken
Eine Übernahme würde Singapur zu einem der wichtigsten Märkte im asiatischen Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft der Allianz machen, sagt "Bloomberg Intelligence"-Analyst Steven Lam. "Der Lebensversicherungsmarkt in Singapur befindet sich auf einem robusten Wachstumspfad – und wir erwarten, dass die Neuprämien in diesem Jahr trotz der Marktverwerfungen im ersten Quartal infolge des Iran-Kriegs um mindestens 15 Prozent steigen werden." Basis seien die starke Attraktivität des Wealth Managements sowie die anhaltend hohe Nachfrage nach Absicherung.
Auch das Bankhaus Metzler sprach in einer Notiz an Kunden davon, dass es für die Allianz sinnvoll sei, ihre Marktposition im Raum Asien-Pazifik zu stärken. In dieser Region sei das Unternehmen etwas unterrepräsentiert.
Allianz strebt Ausbau der Präsenz an
Die Allianz versucht seit Jahren, ihre Präsenz in Singapur auszubauen. Im Jahr 2024 zog der Konzern jedoch ein Angebot über rund 2,2 Milliarden Singapur-Dollar (1,6 Mrd. US-Dollar) für den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der Income Insurance zurück. Parallel dazu führt die Allianz-Tochter Allianz Global Investors dem Vernehmen nach exklusive Gespräche über den Kauf der Vermögensverwaltungssparte der United Overseas Bank.
Für den Verkauf der Singapurer Versicherungseinheit hatte HSBC zuvor Allianz, Sumitomo Life Insurance und Daiichi Life Group in die engere Auswahl genommen. Zuvor galten auch Sun Life Financial und Nippon Life Insurance als mögliche Interessenten.
HSBC hatte die strategische Überprüfung des Geschäfts im Januar eingeleitet und bereits damals erklärt, dass Singapur zu den prioritären Märkten des Konzerns gehöre.
HSBC-Aktie legt zu
Die HSBC-Aktie legte am Montagvormittag (15.6.) um 1,8 Prozent zu und stieg damit den dritten Handelstag in Folge in Hongkong. Seit Jahresbeginn hat das Papier dort 19 Prozent gewonnen. Der Hang Seng Index liegt im Jahr 2026 dagegen drei Prozent im Minus. (mb/Bloomberg)




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