Der Versicherer Allianz hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten. Der Nettogewinn sank gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz ging im zweiten Quartal 2020 um 6,8 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro zurück. Die Schaden-Kosten-Quote stieg nur leicht an auf 95,5 Prozent. Damit schnitt der Versicherer aber immer noch besser ab, als von Analysten erwartet.

Das operative Ergebnis der Münchener sank um fast 19 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro. Vor allem der Bereich Schaden und Unfall habe im Zusammenhang mit Covid-19 sowie aufgrund eines niedrigeren operativen Kapitalanlageergebnisses Einbußen erlitten. Der Ergebnisrückgang im Bereich Lebens- und Krankenversicherung sei wiederum auf positive Einmaleffekte im Vorjahr zurückzuführen.

Wiederbelebung im Asset Management
"Die Pandemie bleibt weiterhin eine Herausforderung für alle Branchen. Dennoch hat die Allianz in den ersten sechs Monaten des Jahres robuste Ergebnisse erzielt und eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt", sagte Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz. Zwar erwarte er in der zweiten Jahreshälfte einen stabilen Geschäftsverlauf. Eine neue Gewinnprognose für das laufende Jahr wagte er jedoch nicht. Der Vorstand hatte sein ursprüngliches Gewinnziel wegen der Corona-Krise Ende April zurückgezogen.

Die Asset-Management-Einheit mit Allianz Global Investors und Pimco profitierte nach dem Kursverfall an den Finanzmärkten im zweiten Quartal von der Erholung. Vor allem die US-Tochter Pimco verbuchte mit einem Nettomittelaufkommen in Höhe von fast 23 Milliarden Euro eine Wiederbelebung des Geschäfts. Im Auftaktquartal 2020 hatte das Haus aber auch 43 Milliarden Euro an Mittelabzügen verzeichnet.

Performance-Gebühren fallen geringer aus
Die Fonds von Allianz GI verbuchten Zuflüsse in Höhe von drei Milliarden Euro. Im ersten Quartal hatten noch Abzüge in Höhe von 3,4 Milliarden gestanden. Das für Dritte außerhalb des Allianz-Konzerns verwaltete Vermögen kletterte gegenüber dem Auftaktquartal 2020 auf rund 1,66 Milliarden Euro – noch etwas weniger als per Ende 2019 mit 1,69 Milliarden Euro.

Pimco steigerte im zweiten Quartal leicht den Umsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahr um 0,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank um zwei Prozent auf 521 Millionen Euro. Allianz GI erlitt hingegen ein Umsatzrückgang um 6,6 Prozent auf 462 Millionen Euro. Grund hiervor ist vor allem ein Rückgang der Einnahmen aus erfolgsabhängigen Gebühren. Das operative Ergebnis sackte sogar um mehr als 17 Prozent auf 128 Millionen Euro ein. Medienberichten zufolge plant Allianz GI einen Umbau, der auch mit Stellenstreichungen einhergehen kann. (ert)