Die Allianz hat ihre Ankündigungen wahr gemacht und zwei Zukäufe getätigt. Zum einen hat sie die Sachversicherungssparte der britischen Legal & General (L&G) übernommen. Über die Pläne hatten britische Medien schon vorab berichtet. Zum anderen hat der größte deutsche Versicherer die verbleibenden 51 Prozent am Sachbereich der Liverpool Victoria gekauft. Mit dieser Übernahme hatte die Allianz bereits 2017 begonnen. 

Der deutsche Versicherungsprimus ist schon seit einiger Zeit auf der Suche nach geeigneten kleineren Übernahmekandidaten, die nicht zu teuer sind. Auch eine Fusion mit einem großen Wettbewerber wie Zurich, ist im Rahmen des Möglichen. Allerdings hat Allianz-Chef Oliver Bäte für einen solchen Fall wiederholt eine feindliche Übernahme ausgeschlossen.

L&G billiger als angenommen
Zumindest der Kauf einer kleineren Einheit hat jetzt geklappt, auch wenn er noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung steht. Der Preis stimmt jedenfalls: Die Allianz soll nach Medienberichten bereit gewesen sein, zwischen 250 und 350 Millionen Pfund (289 bis 405 Millionen Euro) für die L&G-Sparte zu zahlen. Am Ende waren es nach eigenen Angaben sogar nur 242 Pfund (274 Millionen Euro). Mit dem Kauf der restlichen 51 Prozent am Kompositbereich der Liverpool Victoria für 578 Millionen Pfund (655 Millionen Euro) beschließt die Allianz planmäßig eine Ende 2017 begonnene Übernahme, als sie 49 Prozent an der Sparte erwarb.

Durch die beiden Transaktionen, die zum Jahresende 2019 vollständig abgeschlossen sein sollen, rückt die Allianz unter die Top Vier der britischen Sachversicherer auf. Zwölf Millionen Kunden betreut der Versicherer nun jenseits des Ärmelkanals. Das Bruttobeitragsvolumen liegt bei mehr als vier Milliarden Pfund (4,5 Milliarden Euro). "Mit beiden Übernahmen unterstreichen wir die Bedeutung, die der britische Markt für uns hat", sagt Niran Peiris, Vorstandsmitglied der Allianz SW und dort für das Sachgeschäft zuständig. "Ich bin auch sicher, dass wir aufgrund unseres exzellenten Rufs für die Behandlung von Versicherungsschäden und die Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Kunden, weiter wachsen werden", erklärt er. (jb)