Der Versicherungskonzern Allianz möchte sich von seiner Mehrheitsbeteiligung an der Oldenburgischen Landesbank (OLB) trennen. Es gebe schon Gespräche mit Interessenten, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Angeblich haben die Commerzbank und die Beteiligungsgesellschaft Apollo Interesse signalisiert und bereits ein unverbindliches Angebot abgegeben. Der Börsenwert der OLB beläuft sich auf gut 300 Millionen Euro. Die Allianz hält 90 Prozent der Aktien der im Nordwesten Deutschlands tätigen Regionalbank.

Insidern zufolge sei zum Jahresende mit einer Entscheidung zu rechnen, so Reuters. Die Commerzbank wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur zu diesem Thema nicht äußern, Apollo war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Allianz prüfe laut OLB "verschiedene strategische Alternativen" für einen Verkauf.

OLB ist seit Juli nicht mehr Haftungsdach der Allianz-Vertreter
Mit Blick auf den geplanten Verkauf der OLB ergibt auch ein vor wenigen Monaten vollzogener Schritt der Allianz Sinn: Im Juli übernahm die Fondsdepot Bank die Rolle des Haftungsdaches für rund 20.000 Allianz-Vertreter von der OLB, wie FONDS professionell ONLINE exklusiv berichtet hatte. Bis Ende Juni hatten die Vertreter, die auch Fonds von Allianz Global Investors vermittelten, ihr Investmentgeschäft über die OLB abgewickelt – nun geschieht das über die Fondsdepot Bank.

Als diese Transaktion publik wurde, hatte das die Frage aufgeworfen, warum die Allianz ihre Vermittler von einer konzerneigenen Bank abzieht und unter ein unabhängiges Haftungsdach hängt. Nun ist die Antwort zu dieser Frage gefunden. (bm)