Die Allianz ist schon seit längerer Zeit auf der Suche nach kleineren Übernahmekandidaten, um zu wachsen. Nun hat sie offenbar ein Ziel gefunden: Die Sachversicherungssparte von Legal & General (L&G), wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf den britischen TV-Sender Sky News berichtet. Der größte europäische Versicherer soll demnach im Vergleich zu Mitbewerbern die besten Karten haben und bereit sein, zwischen 250 und 350 Millionen Pfund (289 bis 405 Mio. Euro) für die britische Gesellschaft zu zahlen. Die Allianz hat sich zu dem Bericht nicht geäußert.

Mit dem Kauf würde die Allianz ihre Präsenz auf der Insel ausbauen – trotz Brexit. Der Branchenprimus hatte erst 2017 die Sachversicherungssparte des Versicherers Liverpool Victoria zu 49 Prozent übernommen. Allerdings könne die Übernahme immer noch platzen, wenn der Preis zu hoch ausfallen würde. Der Dax-Konzern habe immer betont, dass er nicht jede Summe bereit sei zu zahlen – auch wenn die "Kriegskasse" mit einer Miliarde Euro prall gefüllt ist.

Daneben halten sich den Medienberichten zufolge hartnäckig Gerüchte, dass die Allianz die Versicherungssparte von Spaniens zweitgrößter Bank BBVA kaufen wolle. Das Geschäft hätte weitaus größere Dimensionen als die L&G-Transaktion. Die Allianz gilt aber dem Vernehmen nach als Favorit in dem Rennen, an dem sich auch die Generali und der US-Versicherer Liberty Mutual beteiligen sollen. (jb)