Altersvorsorgedepot: Franklin Templeton setzt sich hohe Ziele
Das US-Fondshaus will sich einen zweistelligen Anteil am Markt für Altersvorsorgedepots sichern. Deutschlandchef Christian Machts erwartet 2027 marktweit bis zu acht Millionen AVDs – und einen harten Preis- und Marketingwettbewerb.
Franklin Templeton rechnet bereits im ersten Jahr mit mehreren Millionen Altersvorsorgedepots. "Für den deutschen Markt halten wir 6,5 bis acht Millionen Altersvorsorgedepots im ersten Jahr für realistisch und gar nicht superoptimistisch", sagte Christian Machts, Country Head Germany & Austria bei Franklin Templeton, bei einem Pressegespräch in Frankfurt.
Für Franklin Templeton selbst nannte Machts einen zweistelligen Marktanteil als Ziel. Ein eigenes direkt an Endkunden vertriebenes Altersvorsorgedepot plant der Asset Manager allerdings nicht. Stattdessen will Franklin Templeton Investmentlösungen für Banken, Plattformen und andere Vertriebspartner bereitstellen.
Für die Umsetzung kooperiert das Haus unter anderem mit der Fondsplattform Morgenfund. Diese fungiert als Produktgeber und stellt Produktmantel sowie technische und operative Infrastruktur bereit. Franklin Templeton bringt unter anderem Lifecycle- und Investmentstrategien sowie ETF-, Fonds- und Multi-Asset-Lösungen ein.
ETFs dürften dominieren
Den größten Teil der neuen Altersvorsorgedepots erwartet Machts zunächst im ETF-Bereich. "Ich würde im Moment davon ausgehen, dass wir weit über 70 Prozent der neuen AVDs im ETF-Bereich sehen", sagte er. Daneben sieht Franklin Templeton Raum für höherpreisige Lösungen mit aktiven Strategien und perspektivisch auch Private Markets.
Auf die Frage, ob Franklin Templeton den zu erwartenden harten Preiswettbewerb beim Altersvorsorgedepot mitgehen werde, antwortete Machts: "Doch, absolut." Insbesondere auf der ETF-Seite rechnet er mit Angeboten zu niedrigen einstelligen Basispunkten.
Auch eine mögliche Verdrängung bestehenden Geschäfts nimmt Franklin Templeton dabei bewusst in Kauf. Auf die Gefahr angesprochen, mit günstigen AVD-Angeboten eigenes Geschäft zu kannibalisieren, sagte Machts: "Wir werden als Industrie sowieso kannibalisiert, da machen wir es lieber selbst." Das Altersvorsorgedepot werde das seit Jahren laufende Repricing im Markt nochmals substanziell beschleunigen.
"Größte Marketingkampagne" erwartet
Parallel dazu rechnet Machts mit einer bislang nicht gekannten Werbeoffensive. "Wir werden die mit Abstand größte Marketingkampagne zu einem spezifischen Thema der Finanzindustrie in Deutschland jemals sehen", sagte er. Marktweit dürften Hunderte Millionen Euro in die Vermarktung des Altersvorsorgedepots fließen.
Auch Franklin Templeton selbst will kräftig investieren: Für das AVD werde das Haus mehr Werbegeld ausgeben als jemals zuvor für ein anderes Thema in Deutschland, sagte Machts. Zudem seien gemeinsame Werbekampagnen mit einzelnen Vertriebspartnern geplant. (dv)




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