Die Gruppe der Finanzdienstleister, die ab Anfang kommenden Jahres im Wettbewerb um das neue Altersvorsorgedepot mitmischen wollen, wird langsam größer. Nachdem unter anderem bereits die Service-Kapitalverwaltungsgesellschaften wie Hansainvest und Universal Investment und Asset Manager wie Franklin Templeton oder Vanguard Angebote angekündigt haben, gesellt sich nun auch Scalable Capital hinzu.

Im Gespräch mit der "Bild-Zeitung" hat Scalable-Chef Erik Podzuweit sogar konkrete Konditionen genannt. "Wir machen das Standarddepot gebührenfrei", erklärte er. Für Konto und Depot, Sparpläne sowie Käufe und Verkäufe sollen Sparern keine Kosten entstehen. Zahlen müssen sie lediglich die Fondsgebühr. Die laufenden ETF-Kosten sollen sich auf maximal 0,15 Prozent pro Jahr belaufen. Im ersten Jahr will Scalable sie sogar auf null drücken. Zu Erinnerung: Der gesetzliche Kostendeckel für das Standarddepot liegt bei einem Prozent jährlich.

Riester-Sparer im Visier
Podzuweit, der Garantien für "totalen Murks" hält, wirbt mit diesem Angebot ganz gezielt auch um Sparer, die derzeit noch im Besitz von Riester-Verträgen sind. Denn diese lassen sich problemlos in ein Altersvorsorge- oder Standarddepot überführen. Scalable plant, für den Umstieg einen "Wechselservice" anzubieten. 

Dabei sollen Kunden nur ihren bisherigen Anbieter, ihr Produkt und die Vertragsnummer angeben müssen. Alles Übrige sollen Anbieter und Zulagenstelle untereinander klären. Der Bestand, den Podzuweit ins Vsier genommen hat, ist alles andere als klein: Der Bundesregierung zufolge ruhten Ende 2025 in rund 14,7 Millionen Riester-Verträgen geschätzt 240 Milliarden Euro. 

Viele weitere Pläne
Scalable mag die erste Gesellschaft sein, die jetzt schon klar die Konditionen für ihr künftiges Depotmodell nennt. Andere haben zuvor aber zumindest schon einmal die Pläne für ein Altersvorsorgedepot bekannt gegeben. So will etwa die Hansainvest Partnern ab dem 1. Januar 2027 den Zugang zu diesem neuen Markt ermöglichen. Dafür baut das Unternehmen gemeinsam mit Investify Tech und der Baader Bank gerade die Infrastruktur auf. 

Der Asset Manager Franklin Templeton und Dwins, der Anbieter der App Finanzguru, haben mit der Entwicklung von gemeinsamen Altersvorsorgedepot-Lösungen begonnen. Mit Morgenfund hat Franklin Templeton eine weitere Kooperation für das Angebot eines Altersvorsorgedepots geschlossen. Die Geldanlage-Plattform Growney und der Vermögensverwalter Vanguard wollen gemeinsam eine Whitelabel-Lösung an den Markt bringen, mit der Versicherungsmakler und Finanzvermittler das Altersvorsorgedepot für ihre Kunden in die Tat umsetzen können. Und die Reihe ließe sich fortsetzen. (am)