Das Ende 2019 bekannt gegebene Joint Venture zwischen Europas größtem Fondsmanager Amundi und der Bank of China (Amundi BOC Wealth Management) soll noch früh im Jahr 2021 operativ loslegen. Das sagte Amundi-Chef Yves Perrier beim traditionellen europaweiten Jahrestreffen (Pan-European Outlook Event), das dieses Jahr online stattfand.

Amundi BOC will Vermögensverwaltungsprodukte kreieren und anbieten. Im Fokus stehen chinesische Privatanleger, BOC-Kunden so wie andere Kunden, die über lokale Händler oder digitale Plattformen versorgt werden. Die Corona-Krise verstärke bereits vorher vorhandene Trends. Dazu zähle auch eine weitere Aufwertung der Rolle Asiens für die globale Wirtschaft.

Schwerwiegende Konsequenzen – Soziale Folgen noch zu wenig bewusst
Punkto Covid-19 bleibt Perrier in Alarmstimmung. "Wir sind erst am Beginn sehr ernster Konsequenzen der Krise", so Perrier, der auf das Auslaufen öffentlicher Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft verwies. Europa gehe zwar "geeinter" aus der Krise, die ambitionierten Wiederaufbauleistungen seien ein Zeichen von Einigkeit zwischen den Staaten. Doch man müsse sich nun den sozialen und ökonomischen Folgen widmen. "Ich denke nicht, dass wir in sozialer Hinsicht wirklich schon die Tragweite der Krise beurteilen", so der Amundi-Chef. Hohe Ungleichheiten in den westlichen Nationen seien ebenfalls bereits vor der Krise ein Problem gewesen, das sich nun verstärke.

Auch Elodie Laugel, Chief Responsible Investment Officer bei Amundi, berichtet aus der Praxis, dass Investoren nach den zahlreichen Verwerfungen und Unruhen des Jahres 2020 mehr auf das "S" von ESG schauen. Man habe gesehen, dass Diversität, Minderheitenrechte oder Einkommensungleichheiten Themen sind, die bei Problemen sehr direkt auf das Finanzsystem durchschlagen. (eml)