Die französische Fondsgesellschaft Amundi hat eine transatlantische Kooperation mit dem US-Institut BNY Mellon geschlossen. Im Zuge dessen werden die IT-Plattform für Wertpapierdienstleistungen der Amerikaner und das Portfoliomanagement-System der Franzosen vernetzt. Dies teilen die Gesellschaften mit. Der Finanzkonzern BNY Mellon bietet Dienstleistungen rund um Wertpapiertransaktionen an, tritt aber auch als Depotbank, Service-Kapitalanlagegesellschaft selbst als Asset Manager auf.

Amundi wiederum hat ein eigenes Portfolio- und Risikomanagement-System mit dem Namen "Alto" entwickelt. Europas führender Asset Manager wollte sich mit der Eigenkreation von "Aladdin" unabhängig machen, das der globale Branchenprimus Blackrock entwickelte. Der US-Konzern öffnete sein System für Dritte und gewann damit zahlreiche Kunden. Kürzlich stellte etwa Santander Asset Management auf die Software Aladdin um. Ein immer größerer Teil der Einnahmen des Fondsreisen entspringen aus dem Verkauf von technologischen Lösungen.

Neue Märkte erschließen
Wie das US-Vorbild will auch Amundi sein Alto an Drittkunden vertreiben. "Amundi hat Technologie schon immer als einen wichtigen Differenzierungsfaktor in der Asset-Management-Branche betrachtet", erläutert Amundi-Chef Yves Perrier der Mitteilung zufolge. Daher habe sein Haus die eigenen Fähigkeiten weiterentwickelt. "In den letzten drei Jahren hat Amundi diese Fähigkeiten auf dann auf einen externen Kundenkreis ausgeweitet", ergänzt Perrier. Die Allianz mit wie BNY Mellon werde helfen, neue Märkte zu erschließen und die geografische Abdeckung erweitern.

Das Amundi-System Alto stützt sich auf offene Programmcodes und speichert Daten in der Cloud. Damit lässt sich das Programm etwas einfacher an andere IT-Systeme andocken. Das Bündnis zwischen den Franzosen und BNY Mellon ist allerdings nicht exklusiv. Die Amerikaner hatten bereits im Frühjahr 2019 eine Kooperation mit Blackrock vereinbart. Dabei werden Daten aus der Fondsbuchhaltung und -abwicklung von BNY in Aladdin integriert. (ert)