Der Pariser Asset Manager Amundi hat am Dienstag mit großen Anzeigen auf die abgeschlossene Übernahme von Pioneer Investments hingewiesen. Unter der Überschrift "Gemeinsam für Sie mehr erreichen" wirbt der Anbieter damit, durch die Übernahme zum größten Vermögensverwalter Europas aufgestiegen zu sein. Das verwaltete Vermögen belaufe sich auf 1,3 Billionen Euro, 5.000 Mitarbeiter seien in 37 Ländern für den Anbieter tätig.

So weit, so unkritisch. Eine weitere Aussage jedoch ist geeignet, beim aufmerksamen Betrachter Irritationen hervorzurufen. Denn in der Anzeige ist von sechs "Investmentzentren" die Rede: Boston, Dublin, London, Mailand, Paris und Tokio. Weitere Standorte werden nicht genannt, auch nicht München und Wien, wo zahlreiche Pioneer-Fondsmanager sitzen. Findet in diesen Städten künftig also kein Portfoliomanagement mehr statt?

"Zehn lokale Investmentzentren"
Eine Sprecherin des Unternehmens verneint dies auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE: "Neben den sechs großen Investmentzentren gibt es zehn lokale Investmentzentren", erläutert die Sprecherin. Dazu gehöre auch München.

Die Portfoliomanager in München und Wien dürfen ihr Büro also behalten – zumindest vorerst. Eine Garantie auf Ewigkeit ist das natürlich nicht, denn die Integrationsphase hat gerade erst begonnen. In den kommenden Wochen und Monaten wird die Pariser Zentrale ausloten, an welchen Stellen sie mögliche Synergien vermutet. (bm)