Drei britische Versicherer müssen mit Geldstrafen rechnen, nachdem die Non-Profit-Organisation Client-Earth die Unternehmen der britischen Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) gemeldet hat. Konkret handelt es sich um Admiral Insurance, Lancashire Holdings und die Phoenix Group, seit Februar Eigner der früheren Lebensversicherungssparte von Standard Life Aberdeen.

Die Nichtregierungsorganisation macht sich nach eigenen Angaben die Androhung von Rechtsstreitigkeiten zunutze, um Europas Übergang in eine kohlenstoffarme Zukunft und die Umsetzung des Pariser Klimabkommens zu beschleunigen. Client-Earth wirft den drei Unternehmen vor, Klimarisiken in ihren Jahresberichten zu verschweigen, melden verschiedene britische Medien.

Der Klimawandel sei ein Hauptrisiko oder zumindest eine Unsicherheit, die diese Unternehmen betreffe, so Client-Earth. Sie seien daher gesetzlich verpflichtet, dies in ihren Jahresberichten zu melden. Die entsprechenden Risiken würden jedoch in keinem der Jahresberichte der drei Unternehmen erwähnt. "Angesichts der unzähligen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel, denen diese Unternehmen ausgesetzt sind, waren wir überrascht, dass sie dies den Anlegern nicht mitteilten", erklärte Client-Earth-Versicherungsanwältin Stephanie Morton.

Versicherungssektor besonders anfällig für Klimarisiken
Das Gesetz sei diesbezüglich klar, so Morton. Die genannten Unternehmen würden kein vollständiges Bild abgeben, da sie mögliche finanzielle Risiken aus ihren Jahresberichten ausschließen würden. "Wie können Anleger ohne diese Informationen eine vollständige Investitionsentscheidung treffen?", fragt Morton. Der Versicherungssektor sei besonders anfällig für Klimarisiken, heißt es dazu weiter in der "Actuarial Post", da er beide Seiten seiner Bilanzen betrifft.

Mögliche Konsequenz: Die FCA könnte die Versicherer aufgrund der Beschwerden belangen oder öffentlich rügen, meldet die "Actuarial Post", eine britische Fachpublikation für Aktuare. Darüber hinaus könnten die Unternehmen veranlasst werden, Informationen zu veröffentlichen, die die Versäumnisse in ihren Jahresberichten berichtigen.

Entsprechende Schritte erscheinen durchaus wahrscheinlich, denn die Aufsichtsbehörde FCA hatte erst kürzlich auf den "Green Finance"-Bericht des Environmental Audit Committee beim britischen Parlament geantwortet und darin proaktive Schritte zur Offenlegung klimabezogener Themen aufgelistet. In diesem Zusammenhang erklärte die FCA, sie werde die Emittenten auf die Notwendigkeit hinweisen, angemessene Erklärungen in Bezug auf materiell wichtige Informationen zu veröffentlichen – einschließlich Informationen, die es Anlegern ermöglichen zu verstehen, wie sich ESG-Aspekte auf die Bewertung der Wertpapiere eines börsennotierten Unternehmens auswirken und wie das Unternehmen damit umgeht. (hh)