Apobank-Chef zum Homeoffice: "Herausforderungen an Führung gestiegen"
Bis zu drei Tage pro Woche dürfen die Apo-Banker von zuhause aus arbeiten. Vorstandschef Matthias Schellenberg sieht keinen Grund, das zu ändern. Damit das mobile Arbeiten funktioniere, sei jedoch einiges zu beachten.
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank), mit einer Bilanzsumme von 52 Milliarden Euro die größte genossenschaftliche Primärbank im Land, will an ihren Homeoffice-Regeln festhalten. Ähnliche Signale gibt es auch von anderen deutschen Kreditinstituten, während bei vielen Banken im Ausland die Zügel angezogen werden.
Bei der Apobank sind bis zu 60 Prozent Homeoffice erlaubt. Beschäftigte dürfen also drei Tage pro Woche daheim arbeiten. "Ich bin mit der Regelung zufrieden, das funktioniert gut", sagte Vorstandschef Matthias Schellenberg im Interview mit "Bloomberg News".
Manches muss besser geplant werden als früher
Gewisse Dinge beobachte er aber auch durchaus kritisch, etwa die Kreativität oder den Zusammenhalt in der Bank. "Solche Themen müssen heute – im Vergleich zu früher – viel aktiver geplant werden. Hier sind die Herausforderungen an Führung deutlich gestiegen", erklärte der Bankchef.
Die Pandemie hatte die Arbeitsabläufe bei vielen Finanzdienstleistern auf den Kopf gestellt und dem Homeoffice zum Siegeszug verholfen, nachdem zuvor mobiles Arbeiten eher die Ausnahme war.
Auch andere Banken behalten ihre Regeln bei
In zwei Interviews hatten zuletzt die Personalchefs der Frankfurter Bankriesen Helaba und DZ Bank ebenfalls durchblicken lassen, dass sie keine Änderungen an dem bestehenden Regelwerk zum Homeoffice planen.
Bei der DZ Bank gibt es beim hybriden Arbeiten – der Mischung aus Homeoffice und Büropräsenz – keine festen Quoten. Die Teams verständigen sich selbst auf Regelungen. Die Helaba wiederum arbeitet mit einer Orientierung von bis zu 50 Prozent Homeoffice auf Monatssicht.
Nordamerikanische Banken pochen auf mehr Präsenz
Besonders bei Banken aus Nordamerika waren hingegen die Regeln zuletzt verschärft worden, darunter bei der Bank of Nova Scotia in Kanada und bei JP Morgan Chase in den USA. Auch in Deutschland wurden zumindest vereinzelt die Zügel angezogen.
Bei der Apobank ist Homeoffice längst nicht nur auf die eigenen vier Wände begrenzt. Pro Jahr dürften die Beschäftigten auch bis zu zehn Tage mobil im Ausland arbeiten, bekannt als Workation. Diese Option gilt im Wesentlichen für das europäische Ausland. (Bloomberg/fp)




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