Callcenter-Mitarbeiter der Deutschen Bank streiken bereits seit Ende Januar für mehr Gehalt, bislang ohne Erfolg. Nun wollen sie den Arbeitskampf auf die Straße tragen: Wie die Gewerkschaft Verdi ankündigt, werden Beschäftigte der Deutsche Bank Direkt GmbH am heutigen Montag (12. April) in Berlin und im Rhein-Ruhr-Gebiet vor ausgewählten Filialen der Deutschen Bank demonstrieren. Damit wollen sie die Kunden von Deutschlands größter Geschäftsbank auf ihre Forderungen aufmerksam machen.

Verdi fordert für die Callcenter-Mitarbeiter rückwirkend ab dem 1. April 2020 unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt und die Einführung eines 13. Monatsgehalts. Nach mehreren ergebnislosen Verhandlungsrunden bot die Arbeitgeberseite 1,5 Prozent Gehaltsplus ab November 2020 sowie weitere 1,5 Prozent ab 1. Januar 2021 an, außerdem eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Ein 13. Gehalt könne stufenweise bis zum Jahr 2025 eingeführt werden.

Streikende wollen Kunden agitieren
Ein "faires und tragfähiges Angebot" nannte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing laut Reuters den Vorschlag von DB Direkt. Arbeitnehmervertreter sehen das anders: "Boni-Steigerungen für Investmentbanker und 684 Einkommensmillionäre im Deutsche-Bank-Konzern, aber für die schlecht bezahlten Beschäftigten der DB Direkt ist kein Geld für einen fairen Tarifabschluss da – das geht gar nicht", kritisiert Verdi-Verhandlungsführer Roman Eberle. Man werde jetzt die Kunden des Geldhauses auf dieses Missverhältnis aufmerksam machen.

Die Filial-Aktion findet von 11 Uhr bis 12.30 Uhr statt, zunächst vor Niederlassungen in Berlin (Hermannstraße 256-258/Hermannplatz) und Düsseldorf (Königsallee 45-47). Wegen der Corona-Pandemie sollen nicht mehr als zwei bis vier Streikende anwesend sein. (fp)