Christian Sewing nimmt bei der Deutschen Bank eine Doppelfunktion ein: Er trägt Verantwortung für die gesamte Bank und darüber hinaus für das Kapitalmarktgeschäft. Diese Ämterhäufung sei den Aufsichtsbehörden schon länger ein Dorn im Auge, berichtet die "Wirtschaftswoche" (Wiwo). Die Regulatoren drängten daher nun darauf, dass Sewing die Verantwortung für das Investmentbanking bald an einen extra dafür bestimmten Vorstand übergibt, schreibt das Magazin. Dies hätten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

Zu Sewings doppelter Verantwortung habe es immer wieder Gespräche gegeben. Bisher habe der Deutsche-Bank-Chef aber zu wenig getan, um einen Vorstand zu finden. "Der aktuelle Zustand ist zu viel Verantwortung für eine Person", zitiert die Wiwo einen Insider. Dies sei ist ein operationelles Risiko, habe er erklärt.

Doppelrolle "nicht angebracht"
Eine andere mit der Sache vertraute Person sagte dem Wirtschaftsmagazin zufolge, die Behörden sähen Sewings Doppelfunktion als "nicht angebracht" an. Die Bafin und die Europäische Zentralbank, die das größte deutsche Geldhaus beaufsichtigen, hätten sich zu der Sache nicht äußern wollen, schreibt die Wiwo. Auch die Deutsche Bank habe einen Kommentar abgelehnt.

Unter allen Top-Banken der Europäischen Union sei Sewing der einzige Chef, der außer für das Unternehmen als Ganzes auch für das Kapitalmarktgeschäft verantwortlich ist. Der in New York ansässige Manager Mark Fedorcik ist zwar für die Investmentbank zuständig, er sitzt aber nicht im Vorstand, wie die Leiter anderer Divisionen. (am)