Die BAG, die Bad Bank der genossenschaftlichen Banken in Deutschland, hat im vergangenen Geschäftsjahr Kredite im Volumen von rund 1,4 Milliarden Euro übernommen. Das hat die Bank am Donnerstag (28.5.) bei ihrer Bilanzpressekonferenz erklärt. Das übernommene Kreditvolumen stellt den höchsten Wert seit dem Geschäftsjahr 2003 dar.

Die BAG kauft problematische Kredite auf, bietet aber auch das reine Servicing – also die Bearbeitung von Darlehen – an. Von den rund 1,4 Milliarden Euro an Kreditübernahmen im vergangenen Jahr entfielen rund 1,25 Milliarden Euro auf Aufkäufe und etwa 150 Millionen Euro auf das Servicing.

Hinter den 2025 aufgekauften Krediten der BAG standen "natürlich in erster Linie die Sanierungsbanken in unserer Gruppe, die von der Sicherungseinrichtung gestützt wurden", hatte BAG-Chef René Kunsleben im März im "Bloomberg"-Interview erklärt.

Genobanken reformieren Solidargemeinschaft
Vor dem Hintergrund der Stützungsfälle reformieren die Genobanken derzeit ihre Solidargemeinschaft. Geplant ist, kriselnde Institute schneller und effektiver zu begleiten. Die Eingriffsrechte der Sicherungseinrichtung sollen gestärkt, bestimmte Banken unter Umständen mit höheren Beiträgen belegt und Institute zügiger aus der Geno-Solidargemeinschaft herausgelöst werden können. Selbst ein Entzug der Markenrechte ist möglich.

BAG erwartet weiteres Wachstum
Da die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin angespannt seien, erwartet die BAG für das Geschäftsjahr 2026 "eine weitere Zunahme des Geschäftsvolumens, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr", hieß es am Donnerstag (28.5.).

Für weitere Übernahmen hat der BVR der BAG neues Eigenkapital in Höhe von 202 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit dieser Kapitalerhöhung sieht sich die BAG nach eigenen Angaben für die Zukunft "gut aufgestellt". (mb/Bloomberg)