Hat die Commerzbank Anleger im Jahr 2016 womöglich zu spät über umfangreiche Sparmaßnahmen und Neuaufstellungen informiert? Das prüft derzeit die Finanzaufsicht Bafin, berichten diverse Medien unter Berufung auf Insider. Die Bank hatte damals zuerst den Aufsichtsrat über ihre Strategie "Commerzbank 4.0" in Kenntnis gesetzt. Die Neuausrichtung sah unter anderem den Abbau von 9.600 Vollzeitstellen vor. Erst nach dem Gespräch gab das Unternehmen eine Pflichtmeldung an Investoren heraus.

"Es gibt eine Untersuchung wegen einer möglicherweise zu spät abgegebenen Ad-hoc-Mitteilung", bestätigte eine Bafin-Sprecherin dem "Handelsblatt". Das Verfahren laufe noch. Details zur Höhe des Bußgeldes und dazu, wann eine Entscheidung fallen soll, nannte die Sprecherin nicht. Die Commerzbank habe sich zu der Angelegenheit nicht äußern wollen, schreibt das "Handelsblatt".

Verstöße sind teuer
Bei Verstößen gegen die Publizitätsvorschriften kann die Finanzaufsicht ein Bußgeld von bis zu zwei Prozent des Jahresumsatzes des Unternehmens verhängen. Bemessungsgrundlage ist das Jahr vor dem Vergehen. 2015 erwirtschaftete die Commerzbank Erträge von 9,76 Milliarden Euro, berichtet das "Handelsblatt". Somit droht dem Institut im schlimmsten Fall eine Strafe von 195 Millionen Euro. (fp)