Die Finanzaufsicht Bafin werde die Smartphonebank N26 künftig als Finanzholding einstufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Bislang hatte die Aufsichtsbehörde nur ein Auge auf der Banktochter des Internetunternehmens, künftig würde sie die gesamte Gesellschaft kontrollieren. Die Bafin lehnte Reuters gegenüber einen Kommentar ab. N26 teilte nur mit, dass man sich in einem "engen und kooperativen Austausch" mit Aufsichtsbehörden befinde.

Hintergrund ist das Debakel um den zahlungsunfähigen Zahlungsdienstleister Wirecard. Dieser war von der Bafin nicht als Finanzholding, sondern als Technologieunternehmen eingestuft worden. Die Mitarbeiter von Bafin-Präsident Felix Hufeld haben nur die Wirecard Bank beaufsichtigt, die aber nicht im Zentrum der von der Staatsanwaltschaft als betrügerisch eingestuften Aktivitäten stand. Weil die Behörde wegen ihres Agierens bei dem Skandal massiv kritisiert wurde, prüft sie nun laut der Nachrichtenagentur bei verschiedenen Firmen, ob sie diese strenger kontrollieren könne.

Neueinstufung ohne Auswirkungen
Das "Handelsblatt" weist daraufhin, dass die Einstufung als Finanzholding kaum einen Unterschied machen würde. N26 sei bislang vor allem in Europa aktiv, und das komplette Europageschäft werde Insidern zufolge von der N26 Bank abgedeckt. In der Vergangenheit gab es aber bereits ein Aufeinandertreffen beider Seiten: Im Mai 2019 hatte die Bafin Mängel bei den Vorkehrungen der Bank gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung festgestellt und Nachbesserungen gefordert(jb)