Bafin tauscht nach Vorstand auch Aufsichtsrat von Genobank aus
Die Bafin lässt nicht locker. Nach der Absetzung des Vorstandes der Raiffeisenbank Plankstetten hat die Behörde nun auch den Aufsichtsrat der Bank durch eine Sonderbeauftragte ersetzt. Offenbar gibt es weiterhin unterschiedliche Auffassungen zu bankaufsichtlichen Themen.
Die Finanzaufsicht Bafin hat die Kontrolle über die Raiffeisenbank Plankstetten übernommen. Die Behörde hat den Aufsichtsrat des kleinen Genossenschaftsinstituts aus der Oberpfalz abberufen und Sandra Michelfelder, die frühere Vorständin der Frankfurter Bankgesellschaft, als Sonderbeauftragte eingesetzt. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf das Impressum auf der Webseite des Instituts.
Ein Sprecher der Bafin bestätigte der Zeitung die Bestellung einer Sonderbeauftragten für den Aufsichtsrat. Weitergehende Angaben machte die Behörde nicht. Die Raiffeisenbank Plankstetten wollte den Vorgang auf Nachfrage nicht kommentieren.
Absetzung des Vorstands im Juli
Damit geht der Konflikt zwischen Bank und Aufsicht in eine weitere Runde. Anfang Juli hatte die Bafin bereits den Vorstand des Instituts abberufen und für ihn Odo Steinmann als Sonderbeauftragten eingesetzt.
Grund für den Schritt war ein Streit zwischen den langjährigen Bankvorständen und der Aufsicht. Steinmann sagte dem "Handelsblatt" im Juli, es habe unterschiedliche Auffassungen zwischen dem bisherigen Vorstand der Bank und der Bafin zu bankaufsichtlichen Tätigkeiten gegeben.
Bafin forderte besseres Risikomanagement
Die Raiffeisenbank Plankstetten wies zuletzt eine Bilanzsumme von 180 Millionen Euro aus. Im vergangenen Jahr verdiente sie knapp vier Millionen Euro vor Steuern, etwas mehr als 2024. Aus dem Geschäftsbericht für 2025 geht dem "Handelsblatt" zufolge hervor, dass die Finanzaufsicht im vergangenen Jahr eine Sonderprüfung vorgenommen hat. In der Folge habe die Bafin "Anpassungen an den Mindestanforderungen an das Risikomanagement" gefordert.
Die Bank hatte auch einen Umsetzungsplan entwickelt, der eine Abarbeitung aller Feststellungen der Aufsicht bis Ende Juni 2026 vorgesehen habe, wie sie laut "Handelsblatt" in ihrem Jahresabschluss schreibt. Offenbar reichte das der Bafin nicht. (jb)















