Welpenschutz genießt N26 längst nicht mehr, im Gegenteil: Das Jungunternehmen hat wiederholt Ärger mit deutschen Finanzmarktaufsehern. Die Bafin schickt der Smartphonebank nun sogar  einen zweiten Sonderbeauftragten ins Haus. Er soll überwachen, dass das einst in Wien gegründete Fintech den Anordnungen der Behörde nachkommt und nachweislich Maßnahmen ergreift, "um wieder eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation herzustellen und Risiken für die operationelle Resilienz einzudämmen", wie die Aufsicht mitteilt. Konkret ausgedrückt soll N26 vor allem Mängel im Risikomanagement, bei der IT und  bei der Geldwäscheprävention beseitigen. Daher hat die Behörde auch ihre Drohung wahrgemacht und angeordnet, dass N26 das Wachstum auf 50.000 Neukunden pro Monat zu begrenzen hat. 

Zu den genauen Hintergründen für die Schritte äußert sich die Aufsicht selbst nicht, die Begrenzung bei der Neukundengewinnung gibt aber genügend Hinweise: Die Neobank wächst rasant und hat wegen ihres Fokus auf die Neukundengewinnung versäumt, interne Strukturen und Prozesse im gleichen Tempo anzupassen. Das berichteten vor einigen Zeit verschiedene Medien. Zu den Schwachstellen der Bank gehören etwa die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Identifizierung und die Legitimation von Kunden. N26 nutzt ein Foto-Ident-Verfahren, das es beispielsweise Kriminellen relativ leicht macht, ein Konto bei der Neobank zu eröffnen, das sie dann für ihre Zwecke nach Belieben nutzen können. Das bestätigt die Bafin letztlich auch selber: "Die Mängel im Risikomanagement liegen im starken Wachstum der Bank begründet", heißt es in der Mitteilung.

Sonderbeauftragter zur Verhinderung von Geldwäsche 
In Sachen Geldwäscheprävention hatte die Bafin schon im Mai reagiert und der Bank erstmals einen Sonderbeauftragten aufgebrummt – der immer noch da ist. Ferner musste N26 eine Geldbuße von 4,25 Millionen Euro zahlen. Auch hierbei soll die Bremse bei der Neukundengewinn helfen: Die Wachstumsbeschränkung erlaubt der N26 Bank GmbH, ihre Ressourcen auch zur Stärkung der Kundenidentifikationsprozesse, des Transaktionsmonitorings und des Verdachtsmeldewesens verstärkt einzusetzen", schreibt die Bafin. (jb)