Die Schweiz und die Banken – das gehörte viele Jahre zusammen, wie Paris und der Eiffelturm oder San Francisco und die Golden Gate Bridge. Doch seit einigen Jahren schrumpft der stolze Schweizer Bankenplatz zusehends. 2020 beschäftigten die Geldinstitute nur noch 89.531 Mitarbeiter in Vollzeit, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Zum Vergleich: 2011 waren es nach Zahlen der Nationalbank (SNB) fast 20.000 Stellen mehr.

Zwar haben einige Schweizer Großbanken Mitarbeiter intern in Service-Gesellschaften ausgelagert, diese Stellen werden in der Statistik nicht mehr erfasst. Doch selbst wenn man den Effekt einrechnet, bleibt der Negativtrend bei UBS, Credit Suisse und anderen Schweizer Großbanken erhalten. Die Raiffeisen- und Kantonalbanken konnten ihren Stellen-Etat seit 2009 leicht ausbauen.

Digitalisierung treibt Stellenabbau voran
Ein Grund für den Personalschwund sei sicherlich das doppelte Krisenjahr 2008, schreibt die NZZ. Die UBS musste gerettet werden, und die Amerikaner machten Ernst mit ihrem Großangriff aufs Bankgeheimnis. Seither seien die Margen in allen Geschäften geschrumpft und die Banken müssten kleinere Brötchen backen, berichtet die NZZ. Ihren Anfang habe die Entwicklung aber schon vorher genommen – unter anderem mit der Fusion von Bankgesellschaft und Bankverein, die 5.000 Stellen gekostet habe. "Bereits da wurde der Glaube an eine sichere Lebensstelle erschüttert", zitiert die Zeitung den Präsidenten des Schweizerischen Bankpersonalverbands Peter-René Wyder.

Auch die Digitalisierung trieb und treibt den Stellenabbau voran. Dabei automatisierte die Branche Prozesse schon lange bevor Digitalbanken begannen, den Markt aufzumischen. "Sicherheitsleute, Schalterangestellte oder Personal im Zahlungsverkehr stellten einst das Gros unserer Mitarbeiter", sagte Wyder der NZZ. Viele dieser Funktionen seien weggefallen oder wurden aus der Bank ausgelagert. (fp)