Mit der im vergangen Jahr in Kraft getretene Zahlungsdiensterichtlinie PSD 2 haben die traditionellen Banken ihr Quasi-Monopol über die Zahlungskontodaten der hauseigenen Kunden verloren. Nach Prognosen des Beratungsunternehmens Roland Berger könnte die Richtlinie die etablierten Geldhäuser im Retailgeschäft langfristig bis zu 40 Prozent ihres Gewinns kosten. Einige Unternehmen nutzen nun bereits die neuen Möglichkeiten und bereiten damit den Boden für Fintechs und deren Geschäftsmodelle. 

Zugang zu 99 Prozent der Onlinebanking-Kunden in 14 Ländern
Eines dieser Unternehmen ist der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna. Die Schweden starten dieser Tage mit einer eigenen Open-Banking-Plattform. Sie verfügt laut Angaben des Unternehmens über Zugang zu 99 Prozent der Onlinebanking-Kunden in derzeit 14 europäischen Märkten und mehr als 4.300 europäischen Banken über eine einzige Access-to-Account (XS2A)-Programmierschnittstelle (API).

Eine detaillierte Übersicht aller Banken findet sich auf der Internetseite des Unternehmens (Liste). Ein Blick darauf zeigt, dass sich darunter auch ein Großteil der am deutschen und österreichischen Markt tätigen Institute befinden.

"Neues Ökosystem von Dienstleistungen"
Mit der Open-Banking-Plattform von Klarna können andere Fintechs, Banken und Unternehmen nun ihre Angebote weiterentwickeln. Denkbar wären verschiedene persönliche Finanzmanagement-Tools, beispielsweise zur Optimierung der eigenen Ausgaben, zur Altersvorsorge und vieles mehr.

"In Zeiten der tiefgreifenden Veränderungen durch die PSD-2-Gesetzgebung und großen Schritten Richtung Open Banking ermöglichen wir mit unserer API Fintechs, Banken und anderen Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen schneller zu entwickeln, zu testen und auf den Markt zu bringen. Mit unserer Open-Banking-Plattform schaffen wir ein neues Ökosystem von Dienstleistungen für Verbraucher und Unternehmen - sei es im Einzelhandel oder im Bereich der Finanzdienstleistungen", erklärt Koen Köppen, Chief Technology Officer bei Klarna. (gp)