Wer gerne mal mit einem Koffer Bargeld zur Bank geht, muss seit einigen Wochen eine neue Hürde überwinden. Grundlage ist eine Entscheidung der Bafin: Bereits seit Anfang August müssen Kunden, die Beträge ab 10.000 Euro in bar bei ihrem Kreditinstitut einzahlen möchten, die Herkunft der Summe nachweisen. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht. "Der Aufwand für die Herkunftsnachweise bei Bargeldeinzahlungen ist hoch", beklagt Michaela Thieß von der Frankfurter Sparkasse gegenüber der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Auch von anderen Instituten kommen Beschwerden. Gerade wenn für einen Betrag mehrere Nachweise eingereicht werden, wird das Ganze "eher unattraktiv", zitiert die FAZ einen Sprecher der Sparkasse Leipzig.

Nicht nur die Sparkassen stören sich an den aufwendigen Belegen. "Mit der neuen Regelung wird aus unserer Sicht das eigentliche Ziel der Geldwäsche nicht wirkungsvoll bekämpft, denn es besteht die Gefahr, dass durch Pseudonachweise Verdachtsmomente entkräftet werden", sagt eine Sprecherin des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken gegenüber der FAZ. Die von der Bafin geforderten Nachweise seien oftmals nicht geeignet, die tatsächliche Mittelherkunft zu belegen. Selbst wenn keine dubiosen Geschäfte hinter den hohen Bargeldsummen stecken, sei es für Kunden oft schwierig, die Herkunft zu belegen. 

Bargeld bleibt beliebt
Kompliziert, bürokratisch, aufwendig – der Bargeldnachweis sorgt bei den Geldhäusern für schlechte Stimmung. Die Nachfrage nach Bargeld ist laut der Bundesbank bislang allerdings noch nicht zurückgegangen. Der Wert der kumulierten Banknotennettoemissionen der Bundesbank sei von Ende April bis Ende Juli um 21 Milliarden auf 853 Milliarden Euro gestiegen. Im Vorjahreszeitraum lag der Anstieg bei 13 Milliarden Euro. (fp)