Im Tarifstreit zwischen Banken und Gewerkschaften geht es nicht voran. Auch der gestrige zweite Verhandlungstag endete laut "Handelsblatt" ohne Ergebnis. Von einem Entgegenkommen kann nicht die Rede sein: "Schon die reinen Gehaltsforderungen sind weit entfernt von dem, was sich unsere Branche leisten kann", so Deutsche-Bank-Vize und Banken-Verhandlungsführer Karl von Rohr gegenüber der Zeitung. Christoph Meister, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, erklärt wiederum: "Ein derart brüskierendes Vorgehen haben wir in der jahrzehntelangen Tarifgeschichte im Bankgewerbe noch nie erlebt."

Verdi und die kleinere Gewerkschaft DBV fordern für die rund 200.000 Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes sechs Prozent mehr Gehalt sowie 100 Euro mehr pro Monat für Azubis. Der Tarifvertrag soll zwölf Monate gelten. Darüber hinaus verlangt Verdi sechs Gesundheits- und Entlastungstage sowie verbindliche Weiterbildungsregelungen. Die Gewerkschaft DHV verlangt acht Prozent Gehaltsplus für 18 Monate. Die Arbeitgeber lehnen diese und andere Forderungen als unrealistisch ab.

Erbsensuppe für mehr Geld
Verdi schließt Warnstreiks vor der nächsten Verhandlungsrunde am 11. April in Berlin nicht aus. Verhandlungsführer Meister wirft den Arbeitgebern vor, dass diese die Tarifverhandlungen nur fortführen wollen, wenn die Gewerkschaft fast alle ihre Forderungen zurücknimmt. Er bezeichnet dieses Gebaren als Provokation. Bei den Verhandlungen am gestrigen Aschermittwoch in Frankfurt hatte Verdi zu einer "aktiven Mittagspause" aufgerufen, bei der sich rund 200 Banker zu Erbsensuppe und Bockwurst trafen. (fp)