Lange Zeit wurde gemunkelt, wer das Emissionshaus Hannover Leasing übernehmen könnte. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital kauft 94,9 Prozent des Unternehmens. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) behält lediglich einen Minderheitsanteil von 5,1 Prozent. Corestate will mit der neuen Tochter "Potenziale für Neugeschäft" heben. "Wir verbessern unseren Zugang zu neuen institutionellen Kapitalquellen", erklärte der Corestate-Vorstandschef Sascha Wilhelm in einer Aussendung.

Bisherige Mehrheitsgesellschafter von Hannover Leasing war neben der Helaba die Hessisch-Thüringische Sparkassen-Beteiligungsgesellschaft. Minderheitsgeschäftsführer war der frühere Hannover Leasing-Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Patt. Er hielt 2,66 Prozent der Firmenanteile. Die Banken wollten das Fondshaus wie berichtet schon lange an den Mann bringen, fanden aber keinen Käufer, der genug Geld auf den Tisch legen will. Hannover Leasing hat ihren Sitz in Pullach und beschäftigt derzeit rund 140 Mitarbeiter. Das Unternehmen bietet alle gängigen Asset-Klassen an. Der überwiegende Teil der verwalteten Vermögenswerte von insgesamt rund 14 Milliarden Euro ist in Immobilien investiert.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, teilte Corestate mit. Der Verkauf soll im ersten Halbjahr 2017 über die Bühne gehen. Er steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Bafin. Wie es mit Hannover Leasing weitergeht, ist zurzeit nicht bekannt. Corestate-Chef Wilhelm ließ dazu nur knapp wissen: "Innerhalb der Hannover Leasing Gruppe planen wir ein umfangreiches Revitalisierungsprogramm, um so die Synergien optimal zu nutzen." (aa/ae)