In diesem Jahr wird die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken um 43 auf 775 fallen, und die der Sparkassen sinkt um sechs auf 371. Das geht aus einer Erhebung der Beratungsfirma Zeb hervor, über die das "Handelsblatt" berichtet.

Im Jahr 2020 hatte es – bedingt durch die Coronakrise – nur 27 Fusionen im Genossenschaftssektor gegeben. In den Jahren davor hatte die Zahl der Zusammenschlüsse laut Zeb bei 34 bis 57 gelegen.

1970 gab es noch mehr als 7.000 Genossenschaftsbanken
Zeb-Partner Heinz-Gerd Stickling rechnet dem "Handelsblatt" zufolge damit, dass das Fusionstempo bei den Volks- und Raiffeisenbanken zwar hoch bleiben, aber nicht weiter steigen wird. "Es gibt keine überschwappende Fusionswelle, die das bewährte System dezentral aufgestellter Regionalbanken für die kommenden Jahre infrage stellt", zitiert ihn die Wirtschaftszeitung. Das Beratungshaus erwartet, dass es auch Ende 2025 noch mehr als 600 genossenschaftliche Institute geben wird.

Den Zeb-Daten zufolge lag die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken 1970 noch über 7.000. Vor zehn Jahren gab es dann noch etwa 1100 Genossenschaftsbanken. Die Gründe für die Fusionen sind meist immer die gleichen: Die Zinspolitik drückt auf die Einnahmen, hinzu kommt ein enormer Aufwand für Regulierung und Digitalisierung.

Gut drei Prozent weniger Banken als vor zwölf Monaten
Im Sparkassensektor erwartet Stickling dem "Handelsblatt" zufolge eine leichte Beschleunigung der Fusionsdynamik. Ende 2025 dürfte es dennoch noch mehr als 300 Sparkassen geben. Zum Vergleich: Vor 30 Jahren lag die Zahl der Sparkassen bei gut 730, vor zehn Jahren dann bei knapp 430.

Dass sich das Fusionskarussell wieder schneller dreht, gilt nicht nur für die Genossenschaftsbanken und die Sparkassen, sondern für den gesamten Sektor, zeigen Zahlen des Researchhauses Barkow. "Covid-19 hat die Konsolidierung des deutschen Bankensektors zweitweise etwas gebremst. Dies scheint nun allerdings wieder vorbei zu sein", so das Fazit der Düsseldorfer Analysten. Ihren Daten zufolge sank die Zahl der deutschen Banken auf Sicht von zwölf Monaten zuletzt um 3,2 Prozent und damit so stark wie seit Ende 2018 nicht mehr. (bm)