Deposit Solutions ist nun auch in den USA aktiv. Das Hamburger Fintech, das hierzulande mit den Marken Zinspilot und Savedo schon zwei Portale betreibt, hat nach eigenen Angaben auf dem amerikanischen Markt "Savebetter.com" gestartet. Der Servicel soll US-Banken einen nationalen Vertriebskanal für ihre Einlagenprodukte bieten – und Sparern besseren Zugang, höhere Auswahl und mehr Komfort beim Abschluss von Sparprodukten unterschiedlicher Institute. 

Das Prinzip von Zinsportalen ist, dass sie die Festgeldangebote von Bankhäusern auf einer Plattform bündeln und so einem größeren Kreis von "Zinsjägern", die auf der Suche nach höher verzinsten Anlagemöglichkeiten sind, zugänglich machen. Banken, die Einlagen von Kunden haben wollen, profitieren davon ebenfalls. Genau das ist der Pressemitteilung zufolge auch der Grund für den Start in den USA: Privatkundeneinlagen seien eine wichtige Finanzierungsquelle für amerikanische Banken, der Einlagemarkt ist rund 16 Billionen US-Dollar (13,6 Bn. Euro) groß. Über Savebetter.com können US-Geldhäuser die Vertriebsreichweite für ihre Einlagenprodukte über ihre lokalen Märkte hinaus erhöhen. Deposit Solutions übernimmt dabei die gesamte operative Umsetzung des Finanzierungsprozesses inklusive Marketing und Kundenservice. 

Erste Zinsjäger-Plattform in den USA
"Mit Savebetter.com erhalten amerikanischen Banken nationale Reichweite auf Knopfdruck. Wir helfen den Banken dabei, sich besser und effektiver mit Privatkundeneinlagen zu finanzieren", sagt Philipp von Girsewald, Vorstandschef der amerikanischen Tochtergesellschaft von Deposit Solutions. "Als erstes Unternehmen im amerikanischen Einlagengeschäft bringen wir Banken und Sparer über eine digitale Plattform direkt zusammen – zum gegenseitigen Nutzen für beide Seiten." 

Erste US-Partnerbanken von Deposit Solutions sind die Continental Bank aus Salt Lake City, die Ponce Bank aus New York und Central Bank of Kansas City. Weitere Institute sollen in Kürze folgen. Das Produktsortiment auf Savebetter.com umfasst zum Start verzinste Sparkonten und wird künftig durch sogenannte "Certificates of Deposit" (CDs), dem amerikanischen Pendant zum europäischen Festgeld, ergänzt.

Elegantere Variante zu Verwahrentgelten
In Deutschland kooperieren mehr und mehr Banken im Vertrieb mit den Portalen. Sie listen also keine Sparprodukte, sondern verweisen eigene Kunden auf das Portal. Der Grund ist einfach: Wegen der Entgelte, die die Europäische Zentralbank (EZB) von Instituten für Einlagen verlangt, versuchen Kreditinstitute, Kunden per Verwahrentgelt systematisch zu vergraulen oder wenigstens an den EZB-Extragebühren zu beteiligen. Die Idee, eine über die Kooperation mit einem Tagesgeld-Vermittler den einen oder anderen "Zinsjäger" zum freiwilligen Umzug zu bewegen, ist daher eleganter. (jb)