Das Ausbildungsjahr 2018/2019 hat begonnen, und bei einigen Kreditinstituten stehen andere Lehrinhalte auf dem Plan als zuvor. So kann man sich nun bei der Stadtsparkasse München nicht nur zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau ausbilden lassen, sondern auch zum Kaufmann oder zur Kauffrau für E-Commerce oder für Dialogmarketing sowie zur Servicekraft für Dialogmarketing, meldet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Die neuen Berufe in der Bankenbranche haben mit Kommunikation und sozialen Medien zu tun. "Wir sind sicher, dass die neuen Berufsbilder in den nächsten Jahren stark zunehmen werden", zitiert die SZ Robert Wegmann, Ausbildungsleiter der Münchner Sparkasse. Man reagiere damit auf die veränderten Anforderungen der Kunden, die zunehmend auch über das Internet mit ihrem Bankberater in Kontakt treten wollen.

Bankkaufmann wird entstaubt
Nach Angaben des Sparkassenverbands DSGV bilden in Deutschland bislang rund zwei Prozent der Institute in den neuen Berufen aus. Auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken sind die neuen Lehrgänge zu finden. Kaufleute für E-Commerce sollen die Architektur für neue Kundenkontakte bereitstellen, Kaufleute für Dialogmarketing koordinieren Schichten und Teams im Telefonbanking. Angehende Servicekräfte für Dialogmarketing lernen den Kundendialog per Telefon und Videochat.

Die neuen Berufe sollen den klassischen Bankkaufmann ergänzen, nicht ersetzen. Dessen Berufsbild wird derzeit entstaubt und von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Verbänden, Ministern und Kammern gemeinsam weiterentwickelt. Das überarbeitete Berufsbild soll frühestens im Jahr 2020 in die Ausbildung einfließen. Bis dahin gibt es womöglich schon weitere neue Jobs im Bankensektor. Bei der britischen Großbank HSBC kann man sehen, welche Fähigkeiten künftig gefragt sein könnten. (fp)