Immer mehr Banken kündigen an, Negativzinsen auf Kontoguthaben ihrer Kunden zu erheben oder tun dies bereits – zum Teil schon ab dem ersten Euro. Vielen Kunden ist das bislang aber offensichtlich noch gar nicht bewusst. Eine repräsentative Umfrage der Direktbank Openbank unter rund 2.000 Bundesbürgern zeigt: Satte 53 Prozent der Deutschen wissen nicht, ob ihre Bank Minuszinsen auf Spareinlagen erhebt. Weitere zehn Prozent der Befragten wissen nicht einmal, was Negativzinsen überhaupt sind. Nur 23 Prozent waren sich sicher, dass sie bei ihrer Bank nichts zahlen müssen.

Das heißt aber nicht, dass Banken beliebig an der Gebührenschraube drehen können. In der Befragung zeigten sich zwar rund 30 Prozent mit dem Angebot ihrer Bank derart zufrieden, dass ein Wechsel für sie trotz "Verwahrentgelten" oder "Guthabengebühren", wie der Strafzins euphemistisch gerne umschrieben wird, nicht in Frage kommt. Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) wäre aber geneigt, die Bank zu wechseln, wenn diese plötzlich Negativzinsen verlangt. Für sieben Prozent der Umfrageteilnehmer wäre sogar schon ein Zinssatz von Null ein Grund, der Hausbank adé zu sagen.

Alles aus einer Hand
Openbank hat auch nachgefragt, nach welchen Kriterien wechselwillige Kunden ihre Hausbank auswählen würden. 81 Prozent der Befragten nannten die kostenlose Kontoführung als wichtigsten Grund, für 79 Prozent war es der Verzicht auf Negativ- oder Strafzinsen. knapp die Hälfte gab an, dass es ihnen wichtig ist, bei einem Bankwechsel künftig alle Finanzen unter einem Dach zu haben. "Dies zeigt, dass viele Kunden die Anforderung haben, dass ihre Bank nicht nur Zahlungsdienstleistungen, sondern auch Sparprodukte und Geldanlagemöglichkeiten bieten sollte", sagt Steve Langer, der bei der spanischen Openbank für den deutschen Markt verantwortlich ist. Heißt: Kunden möchten zunehmend alle wichtigen Dienstleistungen mit einer Bank abwickeln können. (fp)