Die Fürstlich Castell'sche Bank will sich auf ihre Kernregion konzentrieren und schließt daher mehrere Filialen. Dies teilte das älteste Geldhaus Bayerns mit. Demnach wolle das Institut neben seinem Stammsitz Castell in Unterfranken noch die Standorte Würzburg, Nürnberg, Heilbronn sowie die neue Niederlassung in Bamberg erhalten. Auch die Büros in München und Ulm bleiben bestehen. Die Zweigstellen in Gerolzhofen, Kitzingen, Lohr am Main, Neustadt an der Aisch und Schlüsselfeld werden bis spätestens 31. März 2022 geschlossen.

Diese Entscheidung begründet das Haus mit dem veränderten Kundenverhalten und verweist auf eine abnehmende Frequentierung dieser Filialen. Das Traditionshaus aus dem Freistaat ist damit nicht allein. Im Zuge der Corona-Pandemie entschlossen sich zahlreiche Banken, Filialen dicht zu machen, da die Kunden verstärkt digitale Zugänge zu den Bankdienstleistungen nutzten.

Keine Kündigungen geplant
Entsprechend bauen auch die Franken ihr Angebot für eine Video- und Telefonberatung aus. Die übrig gebliebenen Filialen will die Fürstlich Castell'sche modernisieren. Dazu nimmt das Institut einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag in die Hand. Insbesondere die Dependance in Würzburg soll kräftig umgebaut werden. Dabei sollen auch die anderen Aktivitäten der Eigentümerfamilien vorgestellt werden, etwa das Weingut Castell. Der gleichnamige Hauptsitz wiederum soll zu einem Beratungs-, Schulungs- und Tagungszentrum ausgebaut werden.

Kündigungen habe das Haus nicht geplant, heißt es in der Mitteilung. Von den Standortschließungen betroffene Mitarbeiter erhielten das Angebot, in anderen Filialen oder in der zentralen Kundenbetreuung zu arbeiten. "Das neue Regionalkonzept bringt zweifellos Einschnitte in gewachsene historische Strukturen unserer Bank mit sich", sagt Vorstandssprecher Ingo Mandt. "Klar ist aber auch, dass wir im Zuge unserer Transformation eine gute Balance finden müssen zwischen der Präsenz vor Ort und einem leistungsfähigen Multikanalangebot, das unsere Kundinnen und Kunden mit Recht von uns erwarten." (ert)