Das Ersparte auf dem Girokonto zu halten, bringt nicht nur keine Rendite – es kostet immer öfter auch bares Geld. Da ist zum einen die kaum noch zu übersehende Welle an "Strafzinsen" zu nennen. Doch damit nicht genug: Zum anderen haben im vergangenen Jahr laut einer Analyse des Vergleichsportals Biallo.de von etwa 1.300 untersuchten Geldinstituten knapp 800 Banken und Sparkassen ihre Preise angehoben. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). 2019 hatten 550 Anbieter, also gut die Hälfte aller Geldinstitute bundesweit, ihre Gebühren für Girokonten angehoben.

Schaut man allein auf die Grundpreise, scheint das Plus moderat. Die Monatspauschale für ein herkömmliches Filialkonto liegt laut Studie bei durchschnittlich 4,55 Euro pro Monat. Im Jahr 2019 waren es 4,39 Euro. Onlinekonten kosten im Durchschnitt 3,83 statt 3,63 Euro. Laut SZ ist das aber nur ein Teil der Wahrheit. Viele Preiserhöhungen offenbaren sich erst auf den zweiten Blick, denn zahlreiche aus Kundensicht wichtige Informationen verstecken sich im Kleingedruckten entsprechender Dokumente. "Sparkassen und Banken legen eine schon fast bewundernswerte Fantasie an den Tag, Dinge zu bepreisen, die gestern noch kostenlos waren“, sagt Horst Biallo, Initiator des gleichnamigen Vergleichsportals, gegenüber der SZ.

Pauschale für Lastschrift und Überweisungen
Laut Biallo.de sind vor allem die Preise für Giro- und Kreditkarten gestiegen. Auch würden einige Banken plötzlich Geld für Überweisungen oder Daueraufträge verlangen. So berechnet zum Beispiel die Sparkasse Gießen seit Anfang Dezember 2020 in ihrem Kontomodell "Individual" jeweils 35 Cent für jede Gutschrift und jede Online-Überweisung. Die Sparkasse Nürnberg kassiert für ihr Konto "Individual" für jeden Geldbetrag, der auf dem Konto eingeht, satte 0,69 Euro – und für jede Lastschrift ebenfalls nochmal 69 Cent.

Biallo rechnet damit, dass sich der Trend 2021 fortsetzt. Das Gratiskonto indes gerät zum Auslaufmodell. Die Zahl der Institute, die bedingungslose Kostenloskonten anbieten, wird immer kleiner. Mittlerweile treffe dies noch auf knapp 40 Geldhäuser bundesweit zu. (fp)