Die Commerzbank hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Erst traten im Juli 2020 CEO Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann zurück, wenig später verließ Privatkundenvorstand Michael Mandel das Unternehmen. Im November ging Firmenkundenchef Roland Boekhout von Bord. Die Bank gilt als angeschlagen, eine neue Strategie soll die Situation richten. Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist derweil unterirdisch. Das zeigt eine Umfrage unter den Beschäftigten namens "Pulse Check 2020" die dem "Handelsblatt" vorliegen. Dort heißt es, nur ein fünftel der Befragten schaue optimistisch auf die Zukunft der Commerzbank. Die Umfrage wurde zwischen dem 27. November und dem 11. Dezember vergangenen Jahres durchgeführt. 

Ebenso vertraue nur jeder Fünfte darauf, dass das Topmanagement die Bank in die richtige Richtung führe. Zuletzt hatte der neue Commerzbank-Vorstandschef Manfred Knof seine Umbaupläne vorgelegt. Demnach soll in Deutschland jede dritte Stelle wegfallen und gut die Hälfte der Filialen dicht machen. Weltweit streicht das zweitgrößte deutsche Geldhaus 10.000 Jobs. Die Bundesregierung, die gut 15 Prozent an der Commerzbank hält, steht hinter den Umbauplänen. "Alle wissen, es muss etwas getan werden, auch etwas sehr Drastisches", sagte Finanzminister Olaf Scholz. "Aber es muss natürlich auch im Rahmen der sozialpartnerschaftlichen Tradition erfolgen - und so scheint es zu sein."

Bereit für Veränderung
Auch die Mitarbeiter der Commerzbank wünschen sich Veränderung. In der Umfrage gaben laut dem "Handelsblatt" 70 Prozent an, dass Veränderungen in der Organisation nötig sind. Das sieht Sabine Schmittroth, Personalvorständin der Commerzbank, als positives Zeichen: "Das sind gute Voraussetzungen für die strategische Neuausrichtung, an der wir im Vorstand mit Hochdruck arbeiten." Künftig soll in regelmäßigen Abständen eine Befragung der Mitarbeiter stattfinden. (fp)