Bei der Postbank drohen unbefristete Streiks
In den kommenden Wochen stimmen die Verdi-Mitglieder unter den Postbank-Beschäftigten darüber ab, ob sie die Arbeit niederlegen. Vielleicht gelingt in letzter Minute aber auch noch eine Tarifeinigung auf dem Verhandlungswege.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Verhandlungen in der laufenden Postbank-Tarifrunde für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung über unbefristete Streikmaßnahmen angekündigt. Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 9.000 Postbank-Beschäftigten im Konzern der Deutschen Bank sei ohne Ergebnis geblieben. "Trotz intensiver Verhandlungen am Montag (15.6.) hat die Arbeitgeberseite in der dritten Verhandlungsrunde kein ausreichendes Entgegenkommen gezeigt und auch kein neues Angebot vorgelegt", teilt die Gewerkschaft mit. "Nach intensiver Beratung haben die Verdi-Tarifkommissionen deshalb das Scheitern der Verhandlungen erklärt."
Über das weitere Vorgehen entscheiden nun die Verdi-Mitglieder: Vom 17. Juni bis zum 3. Juli findet die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik statt. Für die Annahme des Antrags sei die Zustimmung von mindestens 75 Prozent der abstimmenden Mitglieder erforderlich, so Verdi. Zugleich hätten die Tarifparteien eine vierte Verhandlungsrunde für den 30. Juni in Berlin vereinbart.
"Wir sind jederzeit zu einer Einigung bereit"
"Die Arbeitgeberseite hat es weiterhin selbst in der Hand, eine weitere Eskalation dieses Tarifkonflikts abzuwenden", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck. Mit dem Verhandlungstermin am 30. Juni gebe es noch vor Abschluss der Urabstimmung die Möglichkeit, eine Lösung am Verhandlungstisch zu erreichen. "Dafür muss die Deutsche Bank jedoch endlich ein Angebot vorlegen, das den Leistungen der Beschäftigten und der wirtschaftlichen Stärke des Konzerns gerecht wird", so Duscheck. "Wir sind jederzeit zu einer Einigung bereit – aber nur auf der Grundlage eines substanziell verbesserten Angebots."
Verdi fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Gehälter um acht Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, sowie 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft verbindliche Regelungen zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten sowie konkrete Qualifizierungs- und Schutzregelungen, insbesondere vor dem Hintergrund des fortschreitenden KI-Einsatzes. In den vergangenen Monaten hatte die Gewerkschaft bereits mit einer Demonstration vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank und mehreren Warnstreiks versucht, Druck auf die Arbeitgeberseite auszuüben. (fp)















