MLP hat seine Gesamterlöse nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr auf den neuen Höchstwert von 310,6 Millionen Euro gesteigert. In den ersten sechs Monaten 2017 waren es 300,6 Millionen Euro gewesen. Grund seien Zuwächse in nahezu allen Geschäftsbereichen, auch bei Lebensversicherungen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 12,1 Millionen Euro dagegen leicht unter dem hohen Vorjahreswert von 14,5 Millionen Euro, übertraf den mittelfristigen Schnitt aber deutlich. Das Konzernergebnis ging ebenfalls zurück: Von 10,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2017 auf 9,8 Millionen Euro Ende Juni. Im zweiten Quartal dieses Jahres betrug der Überschuss sogar gerade einmal 500.000 Euro.

Der Finanzvertrieb begründet den EBIT-Rückgang und den mageren Überschuss im zweiten Quartal mit positiven Einmaleffekten im entsprechenden Vorjahresquartal bei der Tochter Domcura, Kostenverschiebungen und dem Umstand, dass sich die vermittelte Beitragssumme in der margenstarken Altersvorsorge aufgrund der neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 15 noch nicht vollständig in den Erlösen und damit im Ergebnis wiederfinde. MLP muss seit Jahresbeginn nach IFRS 15 bilanzieren.

Immobiliengeschäft boomt weiter
Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt, dass im Zeitraum von Januar bis Juni die Provisionserlöse von 281,3 auf 295,2 Millionen Euro stiegen. Die Zinserlöse lagen aufgrund der Marktentwicklung dagegen mit 8,8 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 10,3 Millionen Euro. Die Aufteilung nach Beratungsfeldern zeigt das stärkste Umsatzwachstum in der Immobilienvermittlung. Sie legte um 37 Prozent auf 10,1 Millionen Euro. Die Finanzierung von Immobilien lag mit Erlösen von 8,9 Millionen Euro um 16 Prozent über dem Vorjahr. 

Das betreute Vermögen erreichte mit 35,4 Milliarden Euro per Ende Juni ebenfalls einen neuen Höchststand. MLP teilt aber nicht mit, ob Mittelzuflüsse oder die Marktentwicklung der Grund waren. Die Erlöse lagen im Vermögensbereich mit 97,5 Millionen Euro sechs Prozent über dem Vorjahr. Der Mitteilung zufolge profitierte MLP sowohl von einem erfolgreichen Privatkundengeschäft als auch von einem stetigen Wachstum beim Tochterunternehmen Feri.

Kleines Minus bei Beraterzahl
In der Altersvorsorge stieg die vermittelte Beitragssumme in den ersten sechs Monaten um neun Prozent auf 1.351 Millionen Euro. Die Erlöse seien mit 76,2 Millionen Euro allerdings hinter dem Vorjahr von 77,2 Millionen Euro zurückgeblieben, da sich insbesondere hier die Umstellung auf IFRS 15 bemerkbar mache.

Per Ende Juni 2018 betreute die MLP Gruppe 535.100 Familienkunden (31. März 2018: 532.100) und 20.400 Firmen- und institutionelle Kunden (31. März 2018: 20.200). Zu diesem Zeitpunkt waren 1.880 Kundenberater (31. März 2018: 1.890) für MLP tätig.

"Wir sind insgesamt zufrieden mit dem ersten Halbjahr und die Entwicklung zeigt weiter nach oben", sagt der MLP-Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg. "Wir haben im zweiten Quartal beim Ergebnis Abstriche hingenommen, die verschiedenen Effekten geschuldet sind. Wir bleiben aber zuversichtlich für das Gesamtjahr." (jb)