Bei der Hamburger Privatbank Berenberg beginnt eine neue Zeitrechnung. Wie angekündigt sind David Mortlock und Christian Kühn zum Monatsbeginn zu neuen persönlich haftenden Gesellschaftern des Bankhauses ernannt worden. Beide werden künftig zusammen mit Hendrik Riehmer das Institut führen. Hans-Walter Peters, der noch bis zum Jahresende als Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter fungiert, wird aus Altergründen aufhören. Riehmer, der die Bank in den vergangenen Jahren mit Peters als Doppelspitze lenkte, wird dabei die operative Führung des Wealth und Assets Managements übernehmen – und er hat große Pläne, wie das "Handelsblatt" berichtet.

Im Geschäft mit vermögenden Kunden verwaltet Berenberg derzeit knapp zehn Milliarden Euro. Diese Summe möchte Riehmer, der auch das Corporate Banking lenkt, innerhalb von drei bis fünf Jahren auf 20 Milliarden Euro steigern. Der Investmentbereich mit Aktienfonds und daran angelehnten Mandaten verwaltet aktuell rund 4,5 Milliarden Euro – und soll auf 15 bis 20 Milliarden Euro wachsen. "Diese Ziele mögen aggressiv klingen, aber wir haben viel in die beiden Plattformen investiert – und diese Investitionen werden sich auch auszahlen", zitiert das Handelsblatt den Berenberg-Co-Chef..

Zwei Milliarden Euro eingesammelt
Das erste Halbjahr lief vielversprechend an. Im Asset Management, an dessen Spitze nach dem Abgang von Top-Manager Henning Gebhardt Matthias Born steht, hat die Bank der Zeitung zufolge zwischen Januar und Juni zwei Milliarden Euro an neuem Geld einsammeln können. Im Wealth Management gab es mit 350 Millionen Euro ebenfalls Nettozuflüsse – "die ersten seit Jahren", räumt Riehmer gegenüber der Zeitung ein. Die Trendwende führt er auf die gute Performance der vier Strategien zurück, die Berenberg in diesem Bereich im Angebot hat.

Insgesamt sei das erste Halbjahr "sehr gut gelaufen, und es müsste noch eine Menge schiefgehen, damit wir 2020 nicht besser abschneiden als 2019", fasst Riehmer gegenüber der Wirtschaftszeitung die wirtschaftliche Lage seines Instituts zusammen. Nach dem schwierigen Jahr 2018, das neben einem Einbruch des Ergebnisses um über zwei Drittel auf rund 23 Millionen Euro auch zum Abbau von rund 150 Stellen in IT und Investment Banking führte, konnte die Privatbank nach Angaben des Handelsblatts im vergangenen Jahr den Jahresüberschuss auf 60,5 Millionen Euro steigern. Außerdem verkaufte sie die Mehrheit an ihrer Schweizer Tochter und trennte sich vom Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern. (jb)