Für den zweiten Sanierungsanlauf im Schiffsfonds Best of Shipping I hat das Emissionshaus Lloyd Fonds einen dringenden Appell an die Anleger gerichtet. Sollte die Restrukturierung abermals an der unzureichenden Kapitalbeteiligung der Investoren scheitern, ist nach Initiatorenangaben mit einem Totalverlust des Eigenkapitals zu rechnen. Deshalb sind die Kommanditisten des Zweitmarktfonds aufgerufen, bis zum 15. August 2012 noch einmal über die Sanierung abzustimmen und anschließend bis 31. August 2012 die Teilnahme an der Kapitalerhöhung zu erklären. Lloyd Fonds will bis zu 4,2 Millionen Euro, die als Vorzugskapital eingebucht werden, einwerben. Zum Überleben benötigt der Fonds mindestens 1,7 Millionen Euro.

Der erste Sanierungsversuch scheiterte an der mangelnden Bereitschaft der Anleger, dem Fonds frisches Kapital zuzuschießen. Da bis zur Frist am 20. Juni 2012 nur rund 770.000 Euro zugesagt wurden, musste Lloyd Fonds den Restrukturierungsplan absagen. Die finanzierende Bank hätte das Darlehen fällig stellen können, gewährte dem Fonds allerdings einen Aufschub bis zum 30. September 2012. Um einen Teilverkauf des Portfolios zu nach wie vor niedrigen Zweitmarktkursen zu vermeiden, müssten sich die Anleger mit deutlich mehr Kapital an der Rettungsaktion beteiligen, teilte Lloyd Fonds in einem Anlegerschreiben unmissverständlich klar. "Retten Sie Ihre Fondsgesellschaft Best of Shipping I", legte der Beirat in seinem Brandbrief nach. 

Der Ende 2007 aufgelegte Zweitmarktfonds hat ein Volumen von 26,7 Millionen Euro. Es beinhaltet 21,1 Millionen Euro Kommanditkapital (geplant waren 16 Millionen Euro) plus Agio und ein langfristiges Bankdarlehen in Höhe von 4,5 Millionen Euro, von dem per Ende 2010 noch 3,3 Millionen Euro zu tilgen waren. Infolge der Krise auf den Schiffsmärkten hat der Fonds die Kreditbedingungen verletzt. Mit der Geldspritze von 1,7 Millionen Euro könnte der Fonds den "akuten Liquiditätsengpass" überbrücken. Mit dem Zielvolumen des angestrebten Vorzugskapital (4,2 Millionen Euro) will Lloyd Fonds das Bankdarlehen vollständig tilgen. 

Die Ablösung des Bankdarlehens ist eine sinnvolle Maßnahme, nicht zuletzt wegen der "Volatilität auf den Schiffsmärkten". Im Moment ist völlig unklar, wann die Erholung der Märkte den Schiffen wieder auskömmliche Einnahmen beschert. Lloyd Fonds sieht bereits Anzeichen für die kommende Markterholung. Analysten sind allerdings noch skeptisch. Je nach Markt- und Schiffssegment könnte die notwendige kräftige Erholung noch mindestens bis zum Jahr 2014 auf sich warten lassen. (ae)