2016 war für die deutsch-französische Oddo-BHF-Bankengruppe nach eigenen Angaben ein Rekordjahr – wenngleich ein Konzernteil das Gesamtbild trübt. Nach Ausweis aller Geschäftszahlen hat sich die Bilanzsumme von 3,2 auf 8,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Erlöse stiegen um 35 Prozent auf 577 Millionen Euro und der Jahresüberschuss vor Steuern verbesserte sich um 48 Prozent auf 136 Millionen Euro.

Allerdings arbeitete die BHF-Bank in Frankfurt, die Banken-Chef Philippe Oddo Ende 2015 für 725 Millionen Euro gekauft hat, 2016 noch mit Verlust. Das solle sich schnell ändern. "Ich bin überzeugt, dass die BHF-Bank 2017 Gewinn machen wird", sagt Oddo der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) in einem Gespräch.

Zuversichtlich stimmt den Franzosen nach Angaben der Zeitung, dass er anscheinend die hohen IT-Kosten der BHF-Bank in den Griff bekomme. So sollen die IT-Kosten im laufenden Jahr von 60 auf 50 Millionen Euro sinken. Allein damit werde der Sprung über die Gewinnschwelle gelingen, meinte Oddo gegenüber der Zeitung.

Der Franzose hatte im vergangenen Herbst die Einführung eines neuen Kernbankensystems des Schweizer Unternehmens Avaloq radikal gestoppt und will nun die Informationstechnik des Pariser Mutterhauses nach und nach in der BHF-Bank einsetzen. "IT gehört zum Kerngeschäft einer Bank. Es ist ein großer Wettbewerbsvorteil, eine eigene IT zu haben. Dann kann man selbst entscheiden, wo investiert wird, und behält die Kontrolle über Kosten und Qualität", zitiert die FAZ den Bankpatron.

Sondereffekte in 2016er Bilanz
Laut der Zeitung bedeute ein Gewinn der BHF-Bank 2017 aber nicht, dass die gesamte Bankengruppe Oddo BHF 2017 abermals mehr als 100 Millionen Euro verdienen wird. Die 2016er Bilanz ist stark geprägt von Sondererträgen, die aus dem Verkauf von Bankteilen resultieren, räumt auch Oddo selbst ein. Mit dem Verkauf unter anderem des irischen Teils der BHF-Gruppe an die Fondsgesellschaft Amundi hatte Oddo den Kaufpreis der BHF-Bank von 725 auf rund 300 Millionen Euro gedrückt.

Neuer Markenauftritt
Die Gesellschaft verkündete im Zusammenhang mit der Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen zudem, dass Oddo & Cie und die BHF-Bank sich neu unter der Marke Oddo BHF formieren.  Ab sofort werden alle Einheiten der Gruppe unter diesem Markennamen geführt. Dazu gehören Oddo BHF Asset Management, Oddo BHF Private Wealth Management und Oddo BHF Corporates & Markets

Auch personell hat die Bankengruppe die Weichen für die Zukunft gestellt, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Markus Beumer wird spätestens im Juni für den Bereich Corporates & Markets verantwortlich sein, Nicolas Chaput verantwortet die Vermögensverwaltung und Joachim Häger das Private Wealth Management.

Zudem werden die deutsch-französischen Einheiten enger verzahnt. Gruppenweit zeichne Grégoire Charbit verantwortlich für die Bereiche Legal, Compliance und Strategie sowie Christophe Tadié für die Bereiche Finance und Risikomanagement. Thomas Fischer verantwortet zukünftig den Bereich Operations. Nicht zuletzt ist in Deutschland Frank Behrends Vorstand für die Bereiche Compliance, Human Ressources und strategische Kunden. (jb)